Berlin. Die Aufklärung des dreisten Überfalls auf das Pokerturnier im Luxushotel Grand Hyatt am Potsdamer Platz braucht doch noch ein Weilchen. Man habe 40 Hinweise geprüft, 40 Vernehmungen gemacht, Ergebnis: bislang keine brauchbare Spur, weder heiß noch kalt. "Nichts Neues", teilte die Berliner Polizei am Donnerstag mit. "Wir können nicht zaubern."
Dabei hatte alles so einfach ausgesehen: "Die Chancen stehen nicht schlecht", hatte Polizeipräsident Dieter Glietsch direkt nach der Tat gesagt. Und Deutschlands oberster Polizeigewerkschafter, Rainer Wendt, verspottete die Räuber: "Das ist eine neue Dimension von Dummheit." Wer vor laufender Kamera einen solchen Überfall begehe, könne nur ein Dilettant sein.
Tatsächlich waren die mindestens vier mit Pistolen und Macheten bewaffneten Räuber am Samstagnachmittag ins Hotel marschiert und hatten versucht, das Startgeld der Spieler zu stehlen. Unter den rund 1000 Anwesenden brach Panik aus. Auf der Flucht der Räuber stürzte sich ein Wachmann auf einen der davonrennenden Täter, es gab einen Kampf, der Räuber verlor seinen Revolver, der Wachmann entriss ihm schließlich den Großteil der Beute. Die Gangster entkamen dennoch mit 242 000 Euro, 449 000 Euro hatte der kämpfende Wachmann zurückerobert. Noch vor dem Hotel nahmen sie die Masken vom Kopf und konnten von Überwachungskameras gefilmt werden. Nach Zeugenaussagen trugen die Räuber noch nicht einmal Handschuhe, um Fingerabdrücke zu vermeiden. Auf der vom Wachmann wieder kassierten Geldtasche müssten also ausreichend Abdrücke mindestens eines der Täter sein.
Aber ganz so einfach aufzuklären, wie noch vor einer Woche vermutet, scheint das Ganovenstück nicht zu sein. Am Mittwoch-abend berichtete die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" über den Überfall. Eine Sprecherin sagte in München, nach dem Bericht über den Fall seien keine verwertbaren Hinweise eingegangen.
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