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Ufologen: Die Aliens sind unter uns

... und sie werden beobachtet - von den Mitgliedern der Deutschsprachigen Gesellschaft für Ufo-Forschung. Ein Hausbesuch bei ganz normalen Alien-Gläubigen. Von Tanja Krämer

Ein sternenklarer Himmel, perfekt zur Ufobeobachtung.
Ein sternenklarer Himmel, perfekt zur Ufobeobachtung.
Foto: dpa

Die Außerirdischen sind unter uns. Tief im Erdinneren. Von dort senden sie ihre Signale. Woher sonst sollten sie kommen, diese mysteriösen Brummtöne aus dem Erdreich, immer zur selben Zeit, immer auf der gleichen Frequenz? "Vom Militär ist das nicht", da ist sich Björn Bossing sicher. Natürlichen Ursprungs könnten die Töne nicht sein: "Wie ein Funkcode hören sie sich an." Für Bossing bleibt nur eine Erklärung: Außerirdische. Was genau sie da unten machen, kann er sich nicht erklären. Aber vielleicht findet er es ja noch heraus. Schließlich ist Björn Bossing, 27, Zweiter Vorsitzender der Degufo, der Deutschsprachigen Gesellschaft für Ufo-Forschung.

In dem kleinen Verein mit Sitz in Bad Kreuznach widmen sich knapp 120 Mitglieder der Erforschung von unidentifizierten Flugobjekten. Auf ihrer Website berichten sie über Ufo-Sichtungen oder Entführungen durch Außerirdische, informieren über Aktivitäten US-amerikanischer und deutscher Ufologen. Zweimal im Jahr tauschen sie auf einer großen Tagung Alien-News aus, wie an diesem Wochenende in Erfurt.

Vier in Formation fliegende Objekte über der Stadt Salem im US-Bundesstaat Massachusetts wurden von einem Kameramann der amerikanischen Küstenwache am 16. Juli 1952 um 9 Uhr 35 vormittags beobachtet.
Vier in Formation fliegende "Objekte" über der Stadt Salem im US-Bundesstaat Massachusetts wurden von einem Kameramann der amerikanischen Küstenwache am 16. Juli 1952 um 9 Uhr 35 vormittags beobachtet.
Foto: dpa

Bossing, ein schlanker Mann mit unruhigen Augen, sitzt vor seinem Computer in seiner Mansardenwohnung in Emmelshausen, einem beschaulichen Dörfchen nahe Boppard am Rhein. Aus dem Lautsprecher dringt das Brummen, vor ihm am Bildschirm flimmern die Ausschläge einer grellgrünen Grafik, wenn wieder ein Klicken und Klacken durch das Rauschen dringt. Auf dem Schreibtisch steht das Empfangsgerät, groß wie ein Schuhkarton und selbst gebaut von einem Vereinskollegen. Trotzdem kommt der Brummton vom Band. "Leider funktioniert das Gerät bei mir nicht, irgendwelche Probleme mit der Software", sagt Bossing. Der IT-Kaufmann klingt ein bisschen beschämt.

Unterm Fernseher im Wohnzimmer stapeln sich DVDs der Science-Fiction-Serie Akte X, vom Regal schaut mit großen Augen Allie, das schmutzig-silberne Stoff-Alien herab. Bossing zückt Ordner, kramt in Papieren. Er zeigt Fotos von Kornkreisen, zitiert Berichte aus Mexiko, wo regelmäßig zerschmetterte Kühe auf Strommasten gefunden würden. Zum Beweis dient erneut ein verschwommenes Foto, abgedruckt in einem UFO-Buch. Immer wieder unterbricht er sich, beginnt neue Themen, reibt seinen Bart. "Irgendetwas ist da", sagt er schließlich.

In einem Museum in Schanghai etwa fand Alexander Knörr entlarvende Figuren auf einer antiken goldenen Vase: Das waren ganz klar schwebende Wesen im Raumanzug, sagt er. Für ihn gibt es keinen Zweifel: Die Existenz von Außerirdischen ist ein Fakt.
In einem Museum in Schanghai etwa fand Alexander Knörr entlarvende Figuren auf einer antiken goldenen Vase: "Das waren ganz klar schwebende Wesen im Raumanzug", sagt er. Für ihn gibt es keinen Zweifel: "Die Existenz von Außerirdischen ist ein Fakt."
Foto: Nico Herzog

"Seit der Sichtung" von Außerirdischen überzeugt

Seit acht Jahren ist Björn Bossing überzeugt davon, dass es Außerirdische gibt. "Seit der Sichtung", sagt er. Damals, in einer kühlen Frühlingsnacht im April, sahen er und seine heutige Frau Kerstin etwas, das ihr Leben verändern sollte: Zwei Lichter blitzten am Himmel auf, jeweils am anderen Ende des Horizontes. Langsam steuerten sie aufeinander zu, vereinigten sich in der Mitte des Firmamentes - und schossen dann als heller Punkt senkrecht den Himmel hinauf, hinter sich ein leuchtender Schweif, wie ihn sonst nur Kometen erzeugen. Björn und Kerstin Bossing waren fassungslos.

Ufo-Freunde haben eigene Hotline für Sichtungen eingerichtet. Über sein Mobiltelefon kann man Björn Bossing von unerklärlichen Himmelsphänomenen berichten, 24 Stunden am Tag. Es rufen aber nicht sehr viele Leute an, sagt er. Und so mancher Anrufer, schätzt er, könnte vielleicht auch psychologische Hilfe gebrauchen.
Ufo-Freunde haben eigene Hotline für Sichtungen eingerichtet. Über sein Mobiltelefon kann man Björn Bossing von unerklärlichen Himmelsphänomenen berichten, 24 Stunden am Tag. "Es rufen aber nicht sehr viele Leute an", sagt er. Und so mancher Anrufer, schätzt er, könnte vielleicht auch psychologische Hilfe gebrauchen.
Foto: Nico Herzog

Und fasziniert. "Das war ein Ufo", sagt Bossing mit bedeutungsschwerer Stimme. "Bis heute konnte niemand die Sichtung erklären." Er schlägt wieder einen Ordner auf. Hier hat die Degufo gesammelt, was sich in den letzten Jahrzehnten an Deutschlands Himmel Ungewöhnliches ereignet hat. Gleißende Lichter über Norddeutschland, mysteriöse Flugobjekte über Stuttgart.

Für solche Fälle haben die Ufo-Freunde eine eigene Hotline eingerichtet. Über sein Mobiltelefon kann man Bossing von unerklärlichen Himmelsphänomenen berichten, 24 Stunden am Tag. "Es rufen aber nicht sehr viele Leute an", sagt er. Und so mancher Anrufer, schätzt er, könnte vielleicht auch psychologische Hilfe gebrauchen. Im Grunde aber seien die meisten Ufo-Interessierten ganz normale Leute - so wie Alexander Knörr, der Erste Vorsitzende der Degufo. "Der kennt sich richtig gut aus", sagt Bossing, "er hat sogar ein Buch geschrieben."

Zu Hause in Obernheim nahe Kaiserslautern mag Autor Knörr gerade keinen Besuch empfangen, "da stapeln sich die Papiere schon auf dem Boden", sagt er. Schließlich trifft man sich er in der Autobahnraststätte Pfalz an der A 6, er ist auf Durchreise. Alexander Knörr, 37 Jahre, Projektleiter einer Catering-Firma, ist eben schwer beschäftigt.

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Autor:  TANJA KRÄMER
Datum:  24 | 4 | 2009
Seiten:  1 2
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