Los Angeles. Der 61-jähriger Fahrer eines Toyota Prius war am Montag (Ortszeit) auf der viel befahrenen Interstate 8 bei San Diego unterwegs, als er nach Angaben der Autobahnpolizei merkte, wie sein Wagen von alleine immer schneller wurde. Obwohl er schließlich mehr als 90 Meilen pro Stunde (fast 145 Stundenkilometer) schnell war, schaffte es der Fahrer, die Polizei anzurufen.
Per Lautsprecher wiesen die Polizisten den Mann an, durch wiederholte Betätigung der Handbremse und dann Abschalten des Motors abzubremsen. Als der Toyota langsamer wurde, setzte sich ein Polizeiwagen vor ihn, fuhr in eine Haltebucht und brachte mit der hinteren Stoßstange das Auto endgültig zum Stehen.
Der Vorfall wurde just an dem Tag bekannt, als Toyota mit einer technischen Demonstration Vorwürfe entkräften wollte, Probleme mit dem elektronischen Kontrollsystem hätten zu plötzlicher und ungewollter Beschleunigung geführt.
"Eine kleine Zahl von Fällen"
Toyota hatte in den vergangenen Monaten weltweit wegen Schwierigkeiten mit Gaspedalen und Bremsen mehr als acht Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen müssen, darunter sechs Millionen in den USA. Das Problem mit dem klemmenden Gaspedal wollte der Hersteller mit dem Einsetzen eines zusätzlichen Bauteils beheben. In den USA werden mittlerweile 52 Todesfälle mit den technischen Problemen bei Toyota-Fahrzeugen in Verbindung gebracht.
Die Zahl der eingegangenen Beschwerden über plötzliche und ungewollte Beschleunigung von Toyota-Autos stieg Medienberichten zufolge auf 3300.
Beschwerden über fortgesetzte Schwierigkeiten selbst nach den Nachbesserungen hatten Spekulationen ausgelöst, neben den bislang bekannten mechanischen Problemen könnte es auch Fehler bei Software oder Elektronik geben.
Toyota-Sprecher Mike Michels betonte am Montag in Detroit jedoch, bei den Beschwerden über ungewolltes Beschleunigen nach dem Rückruf gehe es offenbar um eine kleine Zahl von Fällen, in denen die Reparaturen nicht richtig ausgeführt worden seien. Außerdem verwies das Unternehmen auf Gegenstudien, die die von den Kritikern angeführte Simulation realitätsfern nannten. Das Unternehmen sei von seinem elektronischen Kontrollsystem überzeugt, sagte Michels. (afp, rtr)
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