Ludwigshafen. Bei der BASF in Ludwigshafen ist zwei Wochen lang eine giftige Chemikalie in den Rhein gelangt. Dabei handelte es sich um das Schädlingsbekämpfungsmittel Methylisothiocyanat (MITC), wie der Chemiekonzern am Freitag mitteilte.
Laut rheinland-pfälzischem Umweltministerium wurde die Einleitung des für Wasserorganismen sehr giftigen Biozids am Donnerstag gestoppt. Aufgrund der starken Verdünnung im Rhein habe allerdings keine Gefahr für Wasserorganismen bestanden, teilte der Chemiekonzern weiter mit.
Auch gesundheitliche Auswirkungen auf Menschen könnten ausgeschlossen werden. Laut Umweltministerium ist eine akute Gefährdung der Trinkwassergewinnung am Rhein nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu erwarten.
Laut Umweltministerium gelangte die Chemikalie über das Kühlwasser in den Fluss. Die Ursachenforschung durch die Behörden und das Unternehmen dauere aber noch an. BASF-Sprecherin Jennifer Moore-Braun sagte auf ddp-Anfrage, sie rechne damit, dass die genaue Ursache bis Freitagnachmittag geklärt sein werde. Nach Angaben des Konzerns flossen maximal 200 Kilogramm des Stoffes in den Rhein.
Aufgefallen war die Einleitung der giftigen Substanz laut BASF, nachdem das Land Nordrhein-Westfalen am 9. Oktober eine Suchanfrage wegen erhöhter MITC-Konzentrationen im Rhein herausgegeben hatte.
Der Naturschutzbund BUND forderte von den Aufsichtsbehörden, das Meldesystem der BASF grundsätzlich zu überprüfen. "Ein permanenter Giftaustritt, der über Wochen nicht festgestellt wird, gibt Anlass über das Sicherheitssystem insgesamt nachzudenken", sagte der Landesvorsitzende Bernhard Braun.
"Nun müssen die Ursachen des Stoffaustrittes, aber auch die Gründe, warum dies über so lange Zeit nicht bemerkt wurde, auf den Tisch", forderte er.
MITC ist ein Biozid, das Organismen tötet. Eingesetzt wird es zur Bodenentseuchung und als Holzschutzmittel. Nach Auskunft des Umweltministeriums ist MITC als "stark wassergefährdend" klassifiziert. (ddp)
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