Angesichts einer Hungersnot, der bereits 462 Menschen zum Opfer gefallen sind, hat Guatemalas Präsident Álvaro Colom den Notstand ausgerufen. Dies ermöglicht dem zentralamerikanischen Land den besseren Zugang zu internationalen Hilfsleistungen und der Freigabe von nationalen Notfonds, wie Präsident Álvaro Colom sagte. Die Hungersnot sei durch eine ungewöhnliche Dürreperiode in der ausgehenden Regenzeit ausgelöst worden, betonte Colom und machte den Klimawandel verantwortlich. Das UN-Welternährungsprogramm begann bereits zu Wochenbeginn mit der Verteilung von 20 Tonnen Lebensmitteln.
Etwa 54.000 Familien in dem bevölkerungsreichsten Land Zentralamerikas haben nicht genügend zu essen. 400000 weitere Familien sind von Hunger bedroht. Besonders leiden die Ureinwohner auf dem Land. Dort haben die Familien oftmals zehn Kinder und mehr. Laut dem UN-Kinderhilfswerk Unicef ist in Guatemala jedes zweite Kind unterernährt. Acht von zehn Ureinwohnerkindern unter fünf Jahren werden nach Angaben von Unicef unzureichend ernährt.
Betroffen von Hunger und Dürre sind sieben Provinzen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat sich alleine in den vergangen drei Monaten die Zahl der Hunger leidenden Gemeinden verdoppelt. Präsident Colom bezeichnete die Situation als eine "Tragödie historischen Ausmaßes". Unterernährung und die Knappheit an Nahrungsmitteln seien historische und strukturelle Probleme Guatemalas.
Von den 13,3 Millionen Guatemalteken lebt mehr als die Hälfte in Armut, die meisten arbeiten in der Landwirtschaft. In den vergangenen Jahren wurden durch Dürre oder Überschwemmungen oft die gesamten Ernten vernichtet. Auch deshalb zählt das Land heuzte mehr Hungernde als beispielsweise Haiti, das ärmste Land Lateinamerikas.
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