Aktuell: Fußball-EM 2016 | Brexit | HIV und Aids | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Panorama
Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft

11. Juni 2014

Unwetter in NRW: Schwere Unwetter eine Folge des Klimawandels

Blitze zucken am späten Dienstagabend über Windräder bei Algermissen (Landkreis Hildesheim).  Foto: dpa

Die heftige Gewitterfront, die vor allem in Nordrhein-Westfalen schwere Schäden angerichtet hat, sei ein "außergewöhnliches Wetterereignis", das mit dem Klimawandel zusammenhänge, sagt Klimaforscher Mojib Latif. Die Aufräumarbeiten nach dem schweren Unwetter gehen unterdessen weiter.

Drucken per Mail

Der Klimaforscher Mojib Latif bewertet die heftige Gewitterfront, die vor allem in Nordrhein-Westfalen schwere Schäden angerichtet hat, als «außergewöhnliches Wetterereignis», das mit dem Klimawandel zusammenhänge. «Normal ist das nicht mehr», sagte der Professor am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel den Dortmunder «Ruhr Nachrichten» (Mittwochsausgabe): «So früh im Jahr derart hohe Temperaturen und das nahezu flächendeckend in Deutschland - das hat es so noch nie gegeben.» Angesichts dieser extremen Hitze sei es nicht verwunderlich, wenn heftige Wärmegewitter mit orkanartigen Böen entstehen.

Das extreme Wetter der vergangenen Tage sei für ihn «ein weiteres Mosaiksteinchen gewesen», sagte der Wissenschaftler: «Der Klimawandel und seine Auswirkungen werden immer stärker spürbar. Deutschland fühlt den Einfluss der globalen Erwärmung.» Das werde sich fortsetzen, erwartet Latif. Ein Gegensteuern sei schwer möglich: «Selbst wenn der weltweite Treibhausgas-Ausstoß heute gestoppt würde, hätten wir noch über Jahrzehnte mit dem Klimawandel und seinen Auswirkungen zu kämpfen.» Die internationale Klimapolitik stehe dem hilflos gegenüber. «Der weltweite CO2-Ausstoß nimmt immer weiter zu», sagte Latif.

Aufräumarbeiten gehen weiter

Unterdessen sind die Schäden, die das Unwetter angerichtet hat, noch nicht beseitigt, die Aufräumarbeiten an Rhein und Ruhr gehen weiter. Die Schäden sind so umfangreich, dass weiterhin mit erheblichen Beeinträchtigungen auf Straßen und Schienen gerechnet werden muss. Mehrere Bahn-Hauptstrecken bleiben gesperrt. In einigen Städten fällt die Schule aus. Komplett beruhigt hat sich die Wetterlage allerdings noch nicht. Auch am Dienstagabend zogen über Nordrhein-Westfalen und andere Regionen Deutschlands zum Teil starke Gewitter. In Hessen und Niedersachsen gab es nach Regenfällen Überschwemmungen.

Im Bahnverkehr von Nordrhein-Westfalen sorgen beschädigte Oberleitungen weiter für zahlreiche Streckensperrungen und Verspätungen. Am Dienstagabend waren die Linien Dortmund-Köln, Dortmund-Duisburg, Recklinghausen-Essen und Essen-Wuppertal weiterhin gesperrt. Hinzu kamen acht S-Bahnlinien. Auf einigen Strecken wurden Busse eingesetzt. Wie lange die Verbindungen ausfallen, war zunächst nicht absehbar.

In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf, die mit am stärksten betroffen war, wird die Straßenbahn wohl noch mehrere Tage nicht planmäßig fahren können. «Ich kann noch keine genaue Prognose abgeben», sagte Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher am Dienstagabend. In den kommenden Tagen müssten zunächst ganze Oberleitungen nachgespannt werden.

Zehntausende Einsätze der Feuerwehr

Bis Dienstagnachmittag waren Feuerwehr und Polizei in NRW zu etwa 17 000 Einsätzen ausgerückt, wie das Landesinnenministerium mitteilte. Landesweit waren 14 000 Helfer der Feuerwehr, der Hilfsorganisationen und des Technischen Hilfswerks im Einsatz. Sechs Menschen waren bei den Hitzegewittern am Montagabend ums Leben gekommen, 67 Menschen wurden verletzt.

In mehreren Städten warnen die Behörden weiterhin vor herunterstürzenden Ästen. Vor allem das Betreten von Wäldern sei gefährlich, in Mönchengladbach und Neuss bleiben die Friedhöfe zunächst geschlossen. An zahlreichen Schulen fällt der Unterricht aus. Betroffen ist vor allem das Ruhrgebiet.

Derweil sorgten am Dienstagabend neue Unwetter in einigen Regionen Deutschlands für weitere Schäden. Im Sauerland ergoss sich Wasser in ein Schulzentrum, weil Hagelkörner Fenster auf dem Dach zerstört hatten. Im Süden Niedersachsens und im Norden Hessens brachten Gewitter Überschwemmungen mit sich. Nach Angaben der Feuerwehr in Kassel lief der Keller des Bundessozialgerichts voll. In einem Krankenhaus mussten Patienten verlegt werden, weil Wasser in die Klinik eingedrungen war. Teilweise fiel der Strom in der Stadt aus.

Auch im niedersächsischen Göttingen wurden nach Angaben der Polizei Bahnunterführungen und zahlreiche Keller überflutet. Bäume stürzten auf Häuser und Autos. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen nicht. Auf der Autobahn 7 habe es wohl aufgrund des heftigen Regens einen Unfall gegeben, bei dem der Fahrer aber mit einem Schock davongekommen sei. (epd/dpa)

[ Lesen Sie jetzt das EM-Spezial der FR - digital oder gedruckt sechs Wochen lang ab 27,30 Euro. Hier geht’s zur Bestellung. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft.

Kalenderblatt 2016: 28. Juni

Tag für Tag finden Sie an dieser Stelle einen Rückblick auf Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, die mit diesem Datum verbunden sind. Foto: dpa

Das aktuelle Kalenderblatt für den 28. Juni 2016: Mehr...

Globetrotter weltweit

Welche Nation nicht ohne eigenes Handtuch verreist

Nur mit eigenem Handtuch an den Hotelpool? Für viele Chinesen ein Muss im Urlaub.

Für die einen ist es das Handtuch, für die anderen die Fotokamera: Jeder Mensch legt im Urlaub auf ganz bestimmte Ding wert. Oftmals hängt das auch von der Kultur ab. Eine neue Umfrage hat ermittelt, wie die Welt 2016 verreisen will. Mehr...

Videonachrichten Panorama

Anzeige

Videonachrichten Leute