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12. November 2012

Unwetter Italien: Venedig unter Wasser

Irgendwas ist anders als sonst: Eine Gruppe Besucher sitzt in einem Café auf dem Markusplatz.  Foto: dapd

Venedig, die Stadt der Wasserstraßen, macht ihrem Namen am Wochenende unfreiwillig alle Ehre: Heftige Regenfälle und Wellen haben die Lagunenstadt am Sonntag unter Wasser gesetzt. Anwohner und Touristen nehmen dies mit Humor.

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Venedig –  

Zwar hat Venedig ja immer etwas mehr mit Wasser am Hut als die meisten anderen Städte auf der Welt - aber so viel wie am Sonntag braucht dann doch keiner: Da hieß es in der Lagunenstadt "Land unter". Heftige Regenfälle haben zu Überflutungen geführt und unter anderem den berühmten Markusplatz unter Wasser gesetzt. 70 Prozent der Innenstadt waren überschwemmt. Die Tidenhochwasserhöhe erreichte mit 1,50 Meter über dem Normalwert den sechsthöchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen in der Lagunenstadt vor 150 Jahren, wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtete. Ab 1,10 Metern gilt Hochwasseralarm. Hinzu kam ein ständiger Südwind, so dass einmal mehr „Acqua alta“ auftrat. Gegen Mittag zog sich das Wasser dann langsam zurück, es lag aber noch immer 1,40 Meter über normal.

Die Bürger und Anwohner nahmen's mit Humor - ausgerüstet mit wetterfester Kleidung und Gummistiefeln stapften viele tapfer durch das knietiefe Wasser. Andere nutzten die Gelegenheit, einmal über den Markusplatz zu schwimmen statt zu schlendern und sprangen direkt für ein Bad in die Fluten.

„Acqua alta“ ist in der auf Inseln gebauten Stadt ein immer wieder auftretendes Phänomen, vor allem im Herbst und Winter. Das umstrittene und milliardenteure Barrierensystem Mose soll die nordostitalienische Stadt künftig vor Hochwasser bewahren.

Chaos in der Toskana

Normalerweise schlendern die Touristen trockenen Fußes über die Piazza San Marco - nicht so am Hochwasser-Sonntag. Foto: dpa

Die Regenfront richtete auch andernorts in Nord- und Mittelitalien Chaos an. In der Toskana mussten wegen des seit Samstag in großen Teilen Italiens herrschenden schlechten Wetters rund 200 Menschen ihre Häuser verlassen. Es wurde befürchtet, dass es wegen des vom Regen aufgeweichten Bodens zu Erdrutschen kommen könnte. In der Provinz Massa Carrara sorgten die Wassermassen für anderthalb Meter hohe Überschwemmungen. Innerhalb von vier Stunden fielen dort 230 Millimeter Niederschlag. Evakuierungen gab es auch im stark betroffenen Ligurien. In vielen Landesteilen drohten anschwellende Flüsse über die Ufer zu treten. In Rom wurden angesichts der aus dem Norden nahenden Unwetter die Rettungskräfte in Alarmbereitschaft versetzt. (dapd, afp)

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