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23. Januar 2013

Urteil in Stade: Babys auf dem Dachboden versteckt

Das Wohnhaus im niedersächsischen Ostertimke, in dem die Taten verübt wurden. Foto: dpa

Eine Mutter aus Niedersachsen muss für vier Jahre ins Gefängnis, weil sie ihre neugeborenen Kinder auf dem Dachboden sterben ließ. Knackpunkt im Prozess: die Frage der Schuldfähigkeit.

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Weil sie ihre Babys nach der Geburt auf einem Dachboden versteckt und sich selbst überlassen hat, muss eine Mutter aus Niedersachsen vier Jahre in Haft. Das Landgericht Stade verurteilte die 43-Jährige am Mittwoch wegen versuchten Totschlags und Totschlags. Sie hatte zwischen 1996 und 2001 zwei Kinder heimlich zur Welt gebracht, in Tüten gewickelt und in ihrem Haus verborgen.

Die Angeklagte sei vermindert schuldfähig, sagte Richter Berend Appelkamp. Sie habe die Schwangerschaften verdrängt und verleugnet. Ihr Ex-Mann fand die stark verwesten Leichen Jahre später, als er den Dachboden entrümpeln wollte. Er will von den Schwangerschaften nichts gewusst haben.

Nach der Geburt noch gelebt

Die 43-Jährige hatte die Taten vor Gericht gestanden. Ob das erste Kind bei der Geburt lebte, konnte in dem Prozess nicht eindeutig geklärt werden. Das zweite Baby kam nach Angaben der Angeklagten aber lebend zur Welt.
Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren gefordert. Sie ging von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit aus, weil die Frau alkoholkrank ist und seit ihrer Jugend an einer Persönlichkeitsstörung leidet. Die Verteidigung plädierte auf zwei Jahre Bewährungsstrafe.

Die Frau hatte bei der Polizei ausgesagt, einen dritten Säugling im Garten vergraben zu haben. Die Ermittler konnten dort aber keine Leiche finden. Die Anklage ließ diesen Punkt deshalb fallen. (dpa)

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