Wegen eines brutalen Angriffs auf einen 29-Jährigen auf dem Berliner U-Bahnhof Friedrichstraße ist der Angeklagte Torben P. zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Berlin sprach den 18-Jährigen am Montag des versuchten Totschlags schuldig.
Der Vorsitzende Richter Uwe Nötzel sagte in der Urteilsbegründung, der stark betrunkene Gymnasiast sei in „Provozierlaune“ gewesen. Die Tritte gegen den Kopf des bereits reglos auf dem Bahnsteig liegenden Opfers in der Nacht zum Ostersamstag seien gezielt und weitausholend von oben herabgeprasselt. „Er erkannte die Gefährlichkeit der Tritte“ - auch, dass er den heute 30-jährigen Installateur hätte tödlich verletzen können. „Das nahm er hin“, hieß es im Urteil. Das Gericht ging wegen des Alkohols von einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit des Schlägers aus.
"Er hätte ersticken können"
Der Handwerker fiel durch die Gewaltorgie laut Urteil in extrem tiefe Bewusstlosigkeit. „Er hätte ersticken können“, betonte der Vorsitzende Richter. Der Handwerker war zu der Urteilsverkündung ins Gericht gekommen.
Der Gymnasiast hatte am Karsamstag auf dem Bahnsteig der Linie 6 sein Opfer nach einem Streit mit einer Flasche niedergeschlagen und danach viermal mit großer Wucht gegen und auf den Kopf getreten. Mit dem Urteil folgt das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf eine Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung plädiert.
Der Täter war zunächst geflüchtet, stellte sich dann aber der Polizei. Dass der Gymnasiast rasch aus der U-Haft entlassen und ihm nicht versuchter Mord zu Last gelegt wurde, war öffentlich kritisiert worden.
Der Gewaltexzess hatte bundesweit schockiert. Neues Entsetzen löste am Wochenende der Tod eines 23-Jährigen aus. Er war in Berlin auf der Flucht vor Angreifern in ein Auto gerannt und starb. (dpa/dapd)
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