Eine „mächtig süße Prinzessin“, so beschrieb Prinz Daniel am Donnerstagmorgen in aller Herrgottsfrüh das kleine Mädchen, das seine Frau, Kronprinzessin Victoria, um 4.26 Uhr im Stockholmer Karolinska Krankenhaus zur Welt gebracht hatte. Sekunden später tickerten die ersten Glückwünsche auf der Website des Königshauses ein und mittags um zwölf taten 42 Salutschüsse auch den letzten Ahnungslosen die frohe Botschaft kund: Schweden hat eine neue Thronfolgerin, die Nummer zwei in der Erbfolge nach ihrer Mutter. König Carl Gustaf und Königin Silvia sind erstmals Großeltern geworden. Als die Kanonen dröhnten, machten sich Eltern und Kind schon wieder auf den Heimweg nach Schloss Haga, wo die Wiege auf die Neugeborene wartet.
„Mächtig süß“ also soll sie sein, außerdem 51 cm lang und 3280 Gramm schwer, berichtete Prinz Daniel sichtlich übernächtig und gerührt den Reportern, die das Karolinska belagert hatten, seit das Kronprinzenpaar um 00.50 Uhr eingetroffen war. Dort stand schon seit zwei Wochen eine Geburtssuite bereit. „Nichts war dramatisch, alles ging prima, es war eine ganz normale Entbindung“, versicherte der Geburtsarzt Lennart Nordström, „und das Paar strahlt vor Glück“.
Auf Kinder hat sich Victoria gefreut, seit sie im Juni 2010 ihren Langzeitbegleiter Daniel Westling geheiratet hat. Der Hof hatte den erwarteten Geburtstermin erst mit Mitte, dann Anfang März angegeben, doch Insider hatten schon seit langem spekuliert, dass die Geburtsstunde der Prinzessin um einiges früher schlagen werde. Man habe die öffentliche Erwartung bremsen wollen.
Pflichtbewusst bis zur letzten Minute
Schließlich haben Schwedens Royalisten nach diesem Baby geradezu gelechzt. Nach all den negativen Schlagzeilen, die das Königshaus in den letzten Monaten gemacht hatte, den Enthüllungen über Carl Gustafs Liebschaften und seine „Männerrunden“ in Strip-Clubs, über Silvias Versuche, die Nazi-Vergangenheit ihres Vaters zu verharmlosen und über den Bruch der Verlobung von Prinzessin Madeleine, kam die Geburt „wie auf Bestellung“, sagt der Royalexperte Sten Hedman.
Pflichtbewusst, wie man sie kennt, hat Victoria fast bis zur letzten Minute ihre Aufgaben wahrgenommen. Am Dienstag noch war sie hochschwanger beim Abschiedsbesuch der finnischen Präsidentin Tarja Halonen anwesend. Keine 36 Stunden später war das Kind geboren.
Jetzt bittet Prinz Daniel um etwas Ruhe für „die kleine Familie“, zuvor aber stehen noch die protokollarischen Zeremonien auf dem Programm. Am Tag nach der Geburt lädt der König die Regierung zum „Conseil“, verkündet dort den Namen der Prinzessin und welche Herzogtümer er ihr zugedacht hat. Auch der Streit um die Thronfolge ist ausgeräumt. Um Victoria zur Kronprinzessin zu machen, bedurfte es noch einer Verfassungsänderung, die die weibliche Erbfolge sicherte.
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