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Walfang: Japan will Haft für Tierschützer

Japans Regierung will gegen Paul Watson, Gründer von Sea Shepherd, internationalen Haftbefehl beantragen. Er habe Walfänger mit "chemischen Produkten" verletzt. Watson sagt: Es war nur ranzige Butter.

Februar 2010: Walschützer attackieren Walfänger.
Februar 2010: Walschützer attackieren Walfänger.
Foto: afp

Tokio. Die japanische Regierung will gegen den kanadischen Walschützer Paul Watson von der Organisation Sea Shepherd einen internationalen Haftbefehl beantragen. Wie der Fernsehsender NHK am Freitag berichtete, wollen die japanischen Behörden gegen Watson vorgehen, weil er im Februar bei einer Aktion gegen japanische Walfänger in der Antarktis "chemische Produkte" eingesetzt habe. Dadurch sei ein japanischer Walfänger verletzt worden, hieß es weiter.

Watson ist Gründer der Organisation Sea Shepherd, die den Walfang bekämpft. Der 59-Jährige vertrat die Ansicht, die internationale Polizeibehörde Interpol werde dem Ansinnen der japanischen Regierung nicht Folge leisten.

"Es ist nicht wichtig, ob sie für oder gegen den Walfang sind", sagte der japanische Landwirtschaftsminister Hirotaka Akamatsu. "Was sie gemacht haben, ist kriminell." Japan müsse gegen die Aktionen der Walfänger "entscheidende Maßnahmen" ergreifen.

Laut Sea Shepherd wurde bei dem Einsatz gegen die Walfänger lediglich ranzige Butter eingesetzt. Der Antrag auf Ausstellung eines Haftbefehls sei "ausschließlich politisch" begründet, erklärte Watson. "Wir retten die Wale und werden auch weiterhin in den südlichen Gewässern aktiv sein", fügte der Gründer von Sea Shepherd hinzu.

Die japanischen Walfänger, die sich zum Ziel gesetzt hatten, 850 Wale zu töten, kehrten am Ende der Fangsaison mit einer Beute von 507 Walen zurück.

Die Internationale Walfangkommission (IWC) hatte 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang in Kraft gesetzt. Japan nutzt allerdings die Möglichkeit, die Meeressäuger zu Forschungszwecken zu töten, und verhehlt dabei nicht, dass das Walfleisch dennoch verzehrt wird. Die japanischen Behörden vertreten die Ansicht, dass der Walfang eine jahrhundertealte Tradition sei, die fortgesetzt werden müsse. (afp)

Datum:  30 | 4 | 2010
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