Wir nennen ihn Transformer", sagt ein junger Polizist. Und wirklich: Würde sich das blaue Ungetüm vor ihm nun aufrichten und in einen riesigen Roboter verwandeln, der auf seine Gegner Wasser speit - es würde passen. Wie ein Besucher aus der Zukunft steht er da, der neue Wasserwerfer der deutschen Polizei: fast zehn Meter lang, mit einem Tank für 10.000 Liter Wasser, offizielle Bezeichnung: "Wasserwerfer 10.000". Es ist die Zukunft dessen, was Demonstranten auf deutschen Straßen und Plätzen erwartet.
Erst einmal dürfen aber die potenziellen Bediener des Geräts, das im Fachjargon als "Hilfsmittel der körperlichen Gewalt" gilt, ran an das Monstrum. Die deutsche Polizei hat den neuen Typ schließlich bestellt. Was die Polizei an diesem Wintertag im Hubschrauberhangar der Bundespolizei in St. Augustin bei Bonn der Presse präsentiert, ist ein Prototyp. Kaum jemand hat den neuen Fahrzeugtyp bislang gesehen oder gar angefasst.
Mit großen Augen klettern Polizisten in dem blauen Ungetüm herum, hauen sich vor Freude gegenseitig auf die Schulterklappen und machen Fotos mit ihren Digitalkameras - von außen, von innen, von sich vor dem Wasserwerfer und vor allem für die Kollegen zu Hause. "Lass uns doch mal reinsetzen", sagt ein Polizist zum seinem Nebenmann - "vielleicht bin ich schon in Rente, wenn er zum Einsatz kommt." Damit hat er sich mit Gewissheit verschätzt, 2010 soll der neue Wasserwerfer bereits einsatzbereit sein.
50 Exemplare sind bestellt
"Es war einfach an der Zeit, unsere Flotte zu modernisieren", sagt Achim Friedl, der für das Bundesinnenministerium monatelang an der Neukonzeption der Wasserwerfer gearbeitet hat, "die alten Modelle fangen an zu rosten, Beanstandungen treten auf, und sie entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik." Die 117 derzeit eingesetzten Wasserwerfer der Polizei wurden in den 70er Jahren entwickelt, das älteste aktive Fahrzeug ist 26 Jahre alt.
Nun sind 50 neue "Wasserwerfer 10.000" hat die Polizei bereits bestellt, 78 Fahrzeuge sollen es insgesamt werden. Die Flotte soll also reduziert werden - jedoch "bei gleicher Leistungsfähigkeit", wie Referatsleiter Friedl betont. Gebaut wird das Gerät von der Firma Rosenbauer aus Österreich, die eigentlich auf Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Fahrzeuge spezialisiert ist. Rund 900.000 Euro wird ein Exemplar kosten.
Nicht nur Friedl wirkt stolz, wenn er über den "Wawe 10" spricht. Auch Karl-Heinz Meyer, sein Kollege aus dem Bundespolizeipräsidium, verfällt bei der Präsentation in einen schwärmerischen Tonfall: "Das einzige, das übrig geblieben ist: Es ist ein Fahrzeug, das mit Wasser gefüllt ist und spritzen kann. Alles andere ist neu."
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