Beste Berliner Sommelière ist sie im Jahr 2005 geworden, als sie hier im Restaurant Die Quadriga wirkte. Den Titel gibt es selten in der weiblichen Form, denn die meisten Weinkellner und Weinkellerhüter sind immer noch Männer. Romana Echensperger aber zählt zu den Besten ihres Fachs. Die 34-jährige, gebürtige Münchnerin, blickt auf zwölf Jahre Erfahrung in der eher sehr gehobenen Gastronomie zurück; Stationen waren der Königshof in München, Schloss Berg in Perl-Nennig oder das Hotel Mardavall auf Mallorca. In letzterem war sie als Chef-Sommelière tätig, ebenso wie, von 2007 bis 2010, im Vendôme, dem Drei-Sterne-Restaurant im Grandhotel Schloss Bensberg. Wein, sagt sie über ihre Passion und Profession, habe etwas Menschliches – womit sie meint, dass es für jeden Charakter den passenden Wein gebe: "Der Riesling ist etwas für Diven, der Silvaner etwas für ruhige Menschen." Riesling aus Deutschland ist übrigens ihr Spezialgebiet.
Romana Echensperger, die unterdessen als selbstständige Beraterin arbeitet, wird künftig alle zwei Wochen im Magazin der Berliner Zeitung Auskunft über Wein geben. Zum Beispiel über Huxelrebe und große Gewächse, über Weinkeller hinter Hühnerhaufen und das geheime Potenzial des Mittelrheins.
Was hat Sie eigentlich zum Wein getrieben, Frau Echensperger?
Reiner Zufall. Ich habe im Hotel „Königshof“ in München eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau gemacht. Eines Mittags hat der Sommelier mir ein Glas Rotwein hingestellt und gesagt: Koste mal.
Und was war das für ein Tropfen?
Ein 1978er Richebourg der Domaine de la Romanée-Conti aus dem Burgund.
Einer der teuersten Weine der Welt. Was kostete die Flasche?
Damals wahrscheinlich so um die 2.000 Mark – horrend viel, für eine Azubi unerreichbar. Aber auch ohne große Weinerfahrung schmeckte er grandios. Seit diesem Tag war mir klar: Du willst beruflich mit Wein zu tun haben.
Deswegen müssen Sie aber nun nicht gleich die vermutlich weltweit schwerste Prüfung, den "Master of Wine", in London ablegen.
Das hat auch persönliche Gründe. Ich wollte unbedingt noch mal studieren und etwas bis ins letzte Detail können.
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