Der Himmel über dem Flughafen von Santo Domingo in der Dominikanischen Republik ist strahlend blau, nur ein paar Wölkchen sind zu sehen. Es ist kaum zu glauben: Hier wirkt alles friedlich, doch nur eine Flugstunde entfernt, liegt eine ganze Region in Schutt und Asche. Gemeinsam mit meinen beiden Welthungerhilfe-Kollegen vom Nothilfeteam bin ich vor wenigen Stunden in der Karibik gelandet. Das Welthungerhilfe-Team hatte Glück, noch die letzten drei Plätze nach Santo Domingo buchen zu können.
Doch jetzt sitzen wir hier erst einmal seit einigen Stunden fest. Der Flughafen von Santo Domingo war den ganzen Tag voll mit Kamerateams aus der ganzen Welt. Ich habe noch nie so viele Objektive gesehen. Auch die italienische Hundestaffel ist diesen Morgen gelandet und von hier aus weitergefahren. Jetzt leert sich der Flughafen langsam und auch wir hoffen in die nächste kleine Chartermaschine steigen zu können, um nach Port-au-Prince zu kommen.
Für FR-online schreiben Mitarbeiter der dem "Bündnis Entwicklung hilft" angehörenden Entwicklungshilfeorganisationen über ihre Eindrücke aus Haiti.
Zum Bündnis gehören Brot für die Welt, Medico International, Misereor, Terre des Hommes und die Welthungerhilfe. Sie leisten gemeinsam akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.
Spendenkonto: Stichwort "Haiti", Konto 5151, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00.
Wie alle anderen haben wir uns hier in der Dominikanischen Republik noch einmal mit Wasser und etwas Lebensmitteln eingedeckt. In Haiti sind alle Güter knapp. Deshalb hängen auch unsere Mobiltelefone und alle anderen Elektrogeräte noch am Strom, so lange wir in Santo Domingo sind. Mehrmals dachten wir schon es geht los, doch dann kam wieder die überraschende Meldung, dass der Flughafen in Haiti gesperrt ist.
Ein paar Mal hatten wir schon telefonischen Kontakt mit den Kollegen in Haiti. Sobald wir ankommen, werden wir in unser Regionalbüro fahren und als erstes unser Satellitentelefon installieren. Anschließend werden wir uns mit unserem Regionalkoordinator Michael Kühn und den anderen Kollegen zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu planen. Und vor allem um die Kollegen zu entlasten. Sie haben in den vergangen Stunden Schreckliches erlebt. Zum Glück ist keiner unserer Mitarbeiter getötet oder verletzt worden, doch das Leid auf den Straßen ist riesig.
Morgen wollen wir dann in die Stadt fahren, um uns einen Überblick zu verschaffen. Die Kollegen in Haiti und die Überlebenden brauchen jetzt schnell unsere Hilfe. Sie haben alles verloren und brauchen Essen und ein Dach über dem Kopf. Hoffentlich klappt unser Flug jetzt endlich.
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