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Werbung mit Reich-Ranicki: "Diesen Preis nehme ich an"

Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat den Deutschen Fernsehpreis verschmäht. Jetzt empfiehlt er auf Werbeplakaten andere Preise - ohne sein Wissen. Der Prominente will dagegen vorgehen.

Marcel Reich-Ranicki ist empört über die Qualität des Fernsehens.
Marcel Reich-Ranicki ist empört über die Qualität des Fernsehens.
Foto: ap

Hamburg (dpa) - Der von Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki (88) verursachte Eklat beim Deutschen Fernsehpreis hat die Werbebranche inspiriert. In mehreren Zeitungen erschien am Wochenende eine Anzeige der Deutschen Telekom (T-Home) mit dem Bild Reich-Ranickis am Rednerpult und dem Text: "Bei uns findet jeder ein Fernsehprogramm, das ihm gefällt."

Während diese Anzeige mit dem Literaturkritiker abgesprochen war, wusste Reich-Ranicki nach eigenen Angaben nichts von einem weiteren Inserat mit seinem Konterfei. Die "Hamburger Morgenpost" druckte eine Anzeige des Billigfliegers Ryanair mit einem ähnlichen Bildausschnitt, auf dem Reich-Ranicki ebenfalls mit erhobenem Zeigefinger zu sehen ist. Der Text, in dem die Airline auf ihre günstigen Flugpreise hinweist: "Diesen Preis nehme ich an".

Auf diese Werbung reagierte Reich-Ranicki mit den Worten: "Es ist alles großer Quatsch" und: "Ich kümmere mich nicht darum." Anschließend fügte er jedoch hinzu: "Ich bring das schon in Ordnung." Reich-Ranicki hatte am 11. Oktober den Ehrenpreis für sein Lebenswerk während der Fernsehpreis-Gala in Köln empört abgelehnt, weil er mit der Veranstaltung selbst und der Qualität des Fernsehens im allgemeinen nicht zufrieden war.

Werbung mit Prominenten ohne deren Wissen oder Zustimmung hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. So warb der Autovermieter Sixt nach dem überraschenden Rücktritt von Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine im Frühjahr 1999 mit den Fotos von 16 Regierungsmitgliedern; Lafontaines Bild war durchgestrichen.

Der Text lautete: "Sixt verleast auch Autos für Mitarbeiter in der Probezeit." Dieselbe Firma warb 2001 mit einem Foto der CDU- Vorsitzenden Angela Merkel mit Sturmfrisur in einem Cabrio. Während Lafontaine - letzten Endes erfolglos - gegen die Veröffentlichung klagte, nahm Merkel die Anzeige mit Humor und empfahl die Überweisung des Fotohonorars an eine gemeinnützige Organisation.

Datum:  20 | 10 | 2008
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