Bis zum Wochenende werden weiterhin Eistage herrschen. „Von Eistagen sprechen wir, wenn die Temperaturen auch tagsüber nicht über null Grad steigen“, sagt die Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Besonders betroffen sei die Mitte Deutschlands.
Von Nordrhein-Westfalen bis nach Brandenburg muss man laut DWD bis zum Wochenende mit strengem Nachtfrost und Temperaturen von bis zu minus 13 Grad rechnen. Auch tagsüber wird es demnach kaum wärmer als minus fünf bis minus acht Grad. „Wo die Zutaten Schneedecke und wolkenloser Himmel vorhanden sind, wird es am heftigsten“, sagt Paetzold.
Kräftiger Ostwind treibt die eisige Luft aus Russland voran. Dort leiden die Menschen derzeit besonders an dem strengen Winter. 207 Kälte-Tote haben staatliche Behörden bisher offiziell gemeldet. 18 Menschen wurden allein heute erfroren aufgefunden. Viele Tote gibt es offenbar in Westsibirien, im Gebiet Tjumen. Im ganzen Land registrierten Ärzte zudem mehr als 4500 Patienten mit Erfrierungen.
Es scheint, die Kälte könnte manchen Russen nichts anhaben: Eisbaden gehört für viele zu einer regelmäßigen Beschäftigung im Winter. In diesem Fall steigt die Frau aus dem Fluss Teza, 150 Kilometer nord-östlich von Moskau. Sie nimmt an einer religiösen Feier orthodoxer Christen teil, dem Theophany-Fest.
Foto: imago stock&peopleKaum besser ist die Lage in Polen, wo bisher in diesem Winter mehr als 100 Menschen erfroren sind. Staatliche Stellen rufen die Bevölkerung dazu auf, Obdachlosen zu helfen.
In Litauen starb bei anhaltenden Minusgraden eine pflegebedürftige Rentnerin in ihrer unterkühlten Wohnung. Wie die Zeitung „Lietuvos zinios“ am Dienstag berichtete, hatte die Schwester der 78-jährigen zuvor einen tödlichen Herzanfall erlitten. Erst nach mehreren Tagen entdeckten Nachbarn die beiden zurückgezogen lebenden Frauen tot in deren gemeinsamer Wohnung.
Die Kälte, die aus dem Osten nach Deutschland kommt, könnte auch hier für dramatische Folgen sorgen: In Hamburg macht das Straßenmagazin Hinz & Kunzt darauf aufmerksam, dass der Mangel an Notunterkünfte in der Stadt bereits jetzt fatale Konsequenzen haben. Das Magazin berichtet über den Fall eines 72-Jährigen, der vom Sicherheitsdienst aus dem Hauptbahnhof getrieben wurde. Der Mann weinte, doch Verständnis fand er für seine Situation nicht. (vf/dpa/afp)
Am Aschermittwoch 2009 wurde Sebastian Gehrmann 30. Alles war vorbei. Jetzt kann er darüber schreiben.
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