Santiago de Chile. Gut zwei Wochen nach dem Jahrhundert-Erdbeben ist Chile erneut von einem schweren Erdstoß erschüttert worden. Wie die US-Erdbebenwarte USGS berichtete, hatte das Beben am späten Montagabend eine Stärke von 6,7.
Das Epizentrum habe in einer Tiefe von 35 Kilometern vor der Küste rund 75 Kilometer nördlich von Concepción gelegen. Das Beben mit einer Stärke von 8,8 am 27. Februar hatte vor allem die Stadt Concepción schwer getroffen. Über mögliche Verletzte oder Schäden lagen zunächst keine Informationen vor. Das Beben Ende Februar hatte etwa 500 Menschen in den Tod gerissen und Schäden in Milliardenhöhe verursacht.
Am Tag zuvor hatte ein großflächiger Stromausfall 90 Prozent des Landes heimgesucht. Von der Atacama-Wüste im Norden bis nach Puerto Montt auf der Insel Chiloé im Süden fiel am Sonntagabend der Strom aus.
Netz durch Erdbebenschäden geschwächt
Ursache sei ein Kurzschluss in der Transformatorstation Charrúa in der von dem Erdbeben besonders betroffenen Region Bío Bío gewesen, sagte am Montag der Direktor des Amtes für Katastrophenschutz, Vicente Núñez, der Zeitung "La Tercera".
Innenminister Rodrigo Hinzpeter betonte, der Stromausfall habe nicht direkt mit dem Erdbeben vom 27. Februar zu tun. Allerdings sei das Netz durch die Erdbebenschäden geschwächt.
Energieminister Ricardo Raineri warnte, es könne noch öfter zu solchen Ausfällen kommen - bis alle vom Erdbeben angerichteten Schäden repariert seien. Er forderte die Bevölkerung auf, beim Stromverbrauch sparsamer zu sein.
In der Hauptstadt musste die Feuerwehr zahlreiche Menschen aus steckengebliebenen Fahrstühlen befreien. 21 Züge der U-Bahn blieben zwischen Stationen liegen. Fahrgäste mussten durch die Tunnel zum Ausgang geleitet werden.
Die Sicherheitskräfte verstärkten ihre Präsenz auf den Straßen, um mögliche Plünderer abzuschrecken.
Nach einigen Stunden begann der Strom zunächst im Großraum Santiago wieder zu fließen. Am Montag war die Stromversorgung auch landesweit nach Angaben der Behörden zu 98 Prozent wiederhergestellt. (dpa)
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