Schnee und Eis sind zum Wochenbeginn mit Macht nach Deutschland zurückgekehrt. Die Polizei registrierte zahlreiche Unfälle und lange Staus. Bundesweit erfroren in diesem Winter mindestens 14 Obdachlose - so viele wie seit dem Winter 1996/97 nicht mehr, teilte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe mit. Besonders hart trifft der Winter die Osteuropäer. In Rumänien starben bei Dauerfrost in den vergangenen fünf Tagen 22 Menschen, wie das Gesundheitsministerium am Montag mitteilte. Tiefsttemperaturen von minus 34,8 Grad herrschten nach Angaben des Wetterdienstes in der Nacht zum Montag bei Intorsura Buzaului in den Karpaten.
Im Nordosten Bulgariens wurden minus 29 Grad gemessen, die tiefste Temperatur für diese Region seit 50 Jahren. In dem Balkanland tötete der Kälteeinbruch seit Samstag drei Menschen, wie Medien berichteten. In Polen erfroren elf Personen in der bislang kältesten Nacht des Winters. Bei Przemysl im Südosten des Landes wurden in der Nacht zum Montag minus 32 Grad, in Suwalki im Nordosten minus 31 Grad gemessen. Insgesamt seien an dem eisigen Wochenende 16 Menschen durch Unterkühlung gestorben, teilte das Krisenzentrum der Regierung mit. Trotz Kälte müssen Tausende Polen seit zwei Wochen ohne Strom auskommen. Heftiger Schneefall hatte Strommasten und Leitungen beschädigt.
Die Kälte wirbelt auch das Ökosystem des Wattenmeeres durcheinander. Besonders die Reihen der Amerikanischen Pantoffelschnecke werde der strenge Frost lichten, sagte Karsten Reise vom Alfred-Wegener-Institut auf Sylt. Als Vorteil könnte sich die Kälteperiode für die heimische Miesmuschel erweisen, die von der Pazifischen Auster bedrängt wurde.
Der Frost macht in diesem Winter den Friedhofsarbeitern zu schaffen. Das obere Erdreich müsse zum Teil mit schweren Pressluftbohrern gelockert werden, sagte der Leiter des Hauptfriedhofes in Braunschweig, Guido Haas. Beim Ausheben der Gräber komme der Bagger nicht mehr in den gefrorenen Erdboden. (ddp/dpa/epd)
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