Die tödlichen Verletzungen von 20 Menschen bei der Loveparade in Duisburg sind ausschließlich auf das Gedränge zurückzuführen. Niemand sei durch einen Sturz zu Tode gekommen, sagte NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft am Dienstag unter Berufung auf Obduktionsergebnisse. Die Mediziner hätten in allen 20 Fällen tödliche Brustquetschungen festgestellt.
Die nordrhein-westfälische Landesregierung lädt am Samstag zu einem zentralen Trauergottesdienst zum Gedenken an die Toten der Duisburger Loveparade und für deren Angehörige ein. Der ökumenische Gottesdienst um 11 Uhr in der Duisburger Salvatorkirche wird vom Essener Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck und dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, geleitet, kündigte Hannelore Kraft gestern in Düsseldorf an.
Der Gottesdienst, der sich auch an die Verletzten und Betroffenen wendet, wird auf Großleinwände vor der Kirche und auf Freiflächen des Innenhafens übertragen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird an der zentralen Trauerfeier teilnehmen, wie ein Regierungssprecher am Dienstag in Berlin mitteilte. Nach Angaben des Bundespräsidialamts plant auch Bundespräsident Christian Wulff, an der Trauerfeier teilzunehmen.
Die Universität Münster will bereits an diesem Mittwoch einen ökumenischen Trauergottesdienst halten. Unter den 20 Opfern seien drei Studentinnen der Universität, teilte die Hochschule mit. Zwei von ihnen stammten den Angaben nach aus Spanien, eine weitere aus Gelsenkirchen. Der Fußballzweitligist MSV Duisburg kündigte ein Benefizspiel für die Hinterbliebenen der Opfer mit dem FC Schalke 04 an.
Hannelore Kraft kündigte am Dienstag zudem an, in der Innenministerkonferenz einen Vorstoß für bundesweite einheitliche Regelungen für Großveranstaltungen zu unternehmen. Städte – vor allem solche, die damit wenig Erfahrung haben – dürften damit nicht allein gelassen werden, sagte Kraft. Die Städte sollten dabei begleitet und intensiv beraten werden. (epd/rtr)
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