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Pegida
Mit Pegida wächst aus Dresden heraus eine Bewegung aus Nazis und Wutbürgern.

27. März 2015

Pegida: "Das sind nicht meine Leute"

 Von 
Arnold Vaatz hat zeit seines Lebens angeeckt. Er wollte das auch kaum anders.  Foto: Imago

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz scheitert mit dem Versuch, ein Gespräch zwischen Pegida und einem Staatssekretär zu vermitteln. Dass Vaatz zwischen die Fronten geriet, ist kein Zufall. Der in Thüringen geborene Sachse eckte schon zu DDR-Zeiten an.

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Eigentlich redet Arnold Vaatz derzeit nicht mit Journalisten. Er fühlt sich verfolgt – wegen Pegida. Wenn der CDU-Bundestagsabgeordnete dann aber mal mit dem Reden beginnt, findet er so rasch kein Ende. Das Diktiergerät stoppt nach 26 Minuten und 57 Sekunden. Es ist ein von Fragen kaum unterbrochener und streckenweise erregter Monolog.

Der gelernte Mathematiker hat soeben viel Kritik einstecken müssen. Denn er hatte ein Gespräch von Pegida-Anhängern mit Friedrich Kitschelt von der CDU vermittelt, Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium. Ein Gespräch, das nach heftigen Protesten der Opposition in letzter Minute abgesagt wurde. Unter anderem Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth von den Grünen hatte gegen das Treffen mit den „Rassisten“ gewettert. Dass Vaatz zwischen die Fronten geriet, ist wiederum kein Zufall.

Vaatz eckte schon zu DDR-Zeiten an. Als er den Reservewehrdienst verweigerte, kam er ins Gefängnis. Später arbeitete er in der oppositionellen „Gruppe der 20“ mit. Der in Thüringen geborene Sachse trat 1990 in die CDU ein, wurde Umweltminister und hatte auch viel Ärger mit den eigenen Leuten. Er übt den aufrechten Gang – vor ’89 und danach. Das ging nicht ohne innere Beschädigungen ab.

Was nun Pegida angeht, ist die Sache komplizierter. Einerseits ist offenkundig, dass der Christdemokrat manchen Unmut teilt. Erst kürzlich sagte er, manche der Pegida-Frustrationen könne er gut nachvollziehen. So werde „mit staatlich geförderter Angst“ vor Atomkraft, Erderwärmung oder Freihandel mit Amerika Politik gemacht, während „unerwünschte Ängste wie zum Beispiel die vor einer Ausbreitung des Islamismus in Deutschland geächtet“ würden.

Manchmal hat man das Gefühl, Vaatz habe eine in DDR-Zeiten wurzelnde Wut auf alles Linke und lebe diese in emotional überschießenden Affekten aus – nach dem Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Er bestreitet das. Andererseits beteuert er mit Blick auf Pegida glaubhaft: „Das sind nicht meine Leute.“ Unter anderem die Sympathie mit Russland im Zuge des Ukraine-Konflikts teilt der Vizechef der Unionsfraktion ganz und gar nicht.

Das ändert am Zorn auf Linke jedoch nichts. Er sei nun bald 60 und müsse sich das alles nicht mehr antun, sagt Vaatz und beendet seinen Monolog in Minute 27 mit: „Dann machen wir mal Schluss. Und Sie können schreiben, was Sie wollen.“

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