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Pegida
Mit Pegida wächst aus Dresden heraus eine Bewegung aus Nazis und Wutbürgern.

21. Dezember 2014

Protest gegen Islamisierung: Mehrheit lehnt Pegida-Demos ab

 Von 
Pegida-Demonstration am 8. Dezember in Dresden. Die Mehrheit der Deutschen würde nicht an so einer Kundgebung teilnehmen, zeigt eine repräsentative Umfrage.  Foto: dpa

Frontleute der Juden und der Muslime in Deutschland nehmen zu Demonstrationen in Dresden und andernorts Stellung. Eine repräsentative Umfrage zeigt indes, dass mehr als acht von zehn Deutschen nicht an Pegida-Demonstrationen teilnehmen würden.

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Berlin –  

In die Debatte um die „Pegida“-Bewegung mischen sich nun die Kirchen und Religionsgemeinschaften stärker ein. Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, rief die Politik dazu auf, sich ernsthaft mit den Sorgen jener Menschen zu beschäftigen, die gegen eine angebliche Islamisierung Deutschlands demonstrieren.

Im RBB-Inforadio sagte Mazyek, das Wort Islamisierung werde bei den „Pegida“-Demonstrationen als Deckmantel benutzt. „Pegida“-Anhänger hätten vielmehr Angst um ihren Arbeitsplatz und vor der größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland – „damit müssen wir uns auseinandersetzen“, sagte Mazyek.

Deutlich klarer stellte sich Josef Schuster, der neue Vorsitzende des Zentralrats der Juden, gegen die Demonstranten in Dresden – und vor die Muslime in Deutschland. „Die Bewegung ist brandgefährlich“, sagte er über „Pegida“ in der Zeitung Die Welt. Von wenigen Islamisten im Land darauf zu schließen, Deutschland drohe ein Staat mit dem Islam als Staatsreligion zu werden, sei „so absurd, als wenn wir aus der Existenz von Rechtsextremisten schlössen, morgen werde die NS-Diktatur wieder errichtet“.

Mehrheit lehnt Demos ab

Vielleicht ist das vielen Bürgern durchaus bewusst: Denn nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage für das Nachrichtenmagazin Focus würden 85 Prozent der Bundesbürger nicht an Demonstrationen für „Pegida“-Ziele teilnehmen.

Dabei war die Ablehnung in der Altersgruppe der über 65-Jährigen mit 92 Prozent am höchsten. Die höchste Zustimmung für die „Pegida“ fand sich bei den 14- bis 29-Jährigen mit 14 Prozent.

Unmissverständliche Worte gegen „Pegida“ fand auch der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber. Er forderte die Christen auf, „Nein“ zu „Pegida“ zu sagen. Die Bewegung verletze christliche Grundsätze.


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Mit weltlichen Argumenten hat sich Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) mit den Demonstrationen in seinem Bundesland auseinandergesetzt. Er erinnerte die Demonstranten, die auch mit „Wir sind das Volk“-Parolen auf die Straße gehen, daran, dass den Menschen in Sachsen seit dem Mauerfall vor 25 Jahren die Welt offen stehe. Genauso müsse „die Welt auch in Sachsen willkommen sein“, sagte er der Leipziger Volkszeitung. Tillich warf den Organisatoren der „Pegida“-Bewegung vor, sich dem Dialog mit der Politik zu entziehen.

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„Wir müssen uns sehr ernsthaft ansehen, was dort passiert“, forderte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). „Da ist auch viel verängstigtes Bürgertum dabei. Diesen Menschen müssen wir ihre Angst nehmen und dürfen sie nicht pauschal verurteilen.“

Für heute haben die „Pegida“-Organisatoren ein „Weihnachtssingen“ in Dresden angekündigt. Sie vereinnahmen damit christliche Bräuche in einem Bundesland, in dem mehr als drei Viertel der Bürger konfessionslos sind.

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