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Pegida
Mit Pegida wächst aus Dresden heraus eine Bewegung aus Nazis und Wutbürgern.

21. Januar 2015

Sahra Wagenknecht: „Mit Pegida reden“

 Von 
Sahra Wagenknecht ist Vize-Fraktionschefin der Linken.  Foto: dpa

Sahra Wagenknecht, Vize-Fraktionschefin der Linken, ist für Gespräche mit den Anhängern von Pegida. Unter den Anhänger gebe es eine Reihe von Leuten, "die da hingehen, weil sie die herrschende Politik ablehnen".

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Gregor Gysi will mit Pegida-Anhängern reden. Sie auch?
Ja. Die Organisatoren von Pegida schüren rassistische Ressentiments und machen Stimmung gegen Flüchtlinge. Aber es gibt eine Reihe von Leuten, die da hingehen, weil sie die herrschende Politik ablehnen, weil sie empört sind über prekäre Jobs und miese Renten. Sie haben das Gefühl, da ist endlich mal eine Protestbewegung. Natürlich muss man mit diesen Leuten reden und ihnen deutlich machen, dass das nicht einfach eine Protestbewegung ist, sondern eine Bewegung, die Protest genau in die falsche Richtung lenkt, die Sündenböcke sucht, statt die Schuldigen und die Profiteure zu nennen.

Die Protestpartei war bisher die Linke.
Das sind wir nach wie vor. Aber die Menschen haben erlebt, dass Deutschland in den letzten 15 Jahren von verschiedenen Parteien regiert wurde, und die Politik immer die gleiche geblieben ist. Natürlich haben viele Zweifel, ob sie überhaupt noch einer Partei vertrauen können, ob nicht alle in der Opposition schöne Reden schwingen, sich aber nichts ändert, wenn sie dann regieren. Wir müssen deutlicher machen: Wir sind nicht wie die anderen, wir lassen uns nicht kaufen.

Ist Pegida typisch ostdeutsch?
Nein. Natürlich ist es absurd, wenn ausgerechnet in Dresden, wo nahezu keine Muslime leben, vor der Islamisierung des Abendlandes gewarnt wird. Aber Befragungen der Pegida-Teilnehmer zeigen, dass vielen das Thema Islam und Zuwanderung ziemlich egal ist. Natürlich gibt es auch Ressentiments, aber die findet man im Westen genauso.

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Zwischen Links und Rechts gibt es Schnittmengen.
Das sind keine Schnittmengen. Schon immer greifen Rechte Themen auf, die in der Bevölkerung populär sind. Und natürlich ist es richtig, die Bundesregierung für ihre falsche Russland-Politik zu kritisieren. Das tun Persönlichkeiten wie Helmut Schmidt oder Matthias Platzeck auch.

Hat die Linke da eine besondere Verantwortung?
Aufgabe der Linken ist es, die Unzufriedenen zu erreichen und klar zu machen, dass die Profiteure sinkender Löhne nicht Zuwanderer oder Moslems sind, sondern die Bezieher von Gewinnen der Konzerne.

Interview: Markus Decker

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