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Pflanzen & Tiere

26. April 2012

Dachgarten: Grüne Oasen über der Stadt

Oase: Der Dachgarten kann in der Großstadt ein Rückzugsort in luftiger Höhe sein.Foto: bgl

Ökologisch wertvolle grüne Flächen in luftiger Höhe und dazu noch äußerst attraktiv: Dachgärten sind beliebt.

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Statt Bitumen, Kies oder Ziegel soll ein blühender Pflanzenteppich Flachdächer überziehen. Die werden so zur Grünoase inmitten des Asphaltdschungels. Dass diese Idee nicht bloße Fiktion bleibt, daran arbeitet der Deutsche Dachgärtnerverband. Sprecher Wolfgang Ansel kritisiert, dass zu viele Flachdächer einfach nackt oder bekiest seien: „Dabei lassen sich viele Flachdächer ohne weiteres in ein attraktives Gartengrundstück verwandeln.“ Doch das Interesse an einem Dachgarten oder einem begrünten Dach steigt kontinuierlich, heißt es vom Verband. „Immer mehr Hausbesitzer holen mit dem Grün auf dem Dach die Natur zurück in die Stadt und verbessern die Wohnqualität für ihre Mieter“, bestätigt August Forster, Präsident des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL).

Der Wert der Immobilie steige. Auch das Stadtbild werde aufgewertet. Triste Flachdächer verwandeln sich in optisch ansprechende, biologisch und ökologisch wertvolle grüne Flächen, in luftiger Höhe, fernab vom Stadt- und Verkehrslärm. Zu unterscheiden sind die extensive und die intensive Dachbegrünung. „Im Grunde können fast alle Flachdächer begrünt werden. Allerdings richtet sich die Bauweise und auch die Bepflanzungsform nach der jeweiligen Statik und dem Neigungswinkel des Daches“, erklärt Landschaftsgärtner Max Hohenschläger vom BGL.

Die extensive Dachbegrünung eigne sich vor allem für Flachdächer, Carports oder Garagendächer, die eine Neigung haben oder aufgrund ihrer Statik nicht begehbar und somit nicht für den Menschen als Aufenthaltsort nutzbar sind. Bei der Bepflanzung gilt: Je steiler das Dach, desto kleinwüchsiger müssen die Pflanzen sein, beispielsweise Sedum, Moose, Kräuter oder niedrig wachsende Gräser. Zudem sollten die Pflanzen anspruchslos, anpassungs- und regenerationsfähig sein.

Idealerweise kommen sie mit wenig Wasser aus und sind unempfindlich gegen Frost. Auch können begrünte Dächer wichtige Rückzugsräume für Tier- und Pflanzenarten sein. Wildbienen, Schmetterlinge und Laufkäfer finden hier Nahrung und Unterschlupf. Gefährdete „Rote Listen“-Arten können sich dort ansiedeln, erläutert Biologe Wolfgang Ansel. Die begehbare Variante ist die „intensive Dachbegrünung“. Sie ähnelt in vielem einem ebenerdigen Garten und lässt sich ebenso individuell gestalten. Eine sorgfältige Pflanzenauswahl ist allerdings auch hier ratsam. Denn ein Dach ist nicht nur ein außergewöhnlicher Standort für einen Garten. Wind und Wetter verlangen den Pflanzen einiges ab.

Neben der Anlage von Sitzflächen, Staudenbeeten sowie Sträuchern, Rasen zum Spielen und Toben lassen sich selbst kleine Bäume und Teiche in eine intensive Dachbegrünung integrieren. Tipp zur Förderung: Der Bau eines Dachgartens ist genehmigungspflichtig. Einige Kommunen belohnen die Anlage mit Ermäßigungen oder dem Erlass der Abwassergebühren. Andere fördern den Dachgartenausbau mit Subventionen. Fragen zu den behördlichen Vorgaben und Fördermöglichkeiten können die Landschaftsgärtner vor Ort oder das Grünflächen- oder Umweltamt der Kommune beantworten. (the)

Weitere Informationen unter www.dachgaertnerverband.de

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