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26. Oktober 2012

Julia Schramm und Matthias Schrade: Zwei Piraten-Vorstände geben auf

Julia Schramm und Matthias Schrade posieren beim Bundesparteitag der Piratenpartei. Beide haben ihren Rücktritt erklärt. Foto: dapd

Mit Julia Schramm und Matthias Schrade werfen zwei Vorstandsmitglieder der Piratenpartei das Handtuch. In schriftlichen Erklärungen kritisieren sie Stil und Umgangsformen in der Partei.

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Mit Julia Schramm und Matthias Schrade werfen zwei Vorstandsmitglieder der Piratenpartei das Handtuch. In schriftlichen Erklärungen kritisieren sie Stil und Umgangsformen in der Partei.

Als Reaktion auf die innerparteilichen Querelen haben zwei Vorstandsmitglieder der Piratenpartei das Handtuch geworfen. Julia Schramm und Matthias Schrade erklärten am Freitag ihren Rücktritt. In schriftlichen Erklärungen ließen sie Verbitterung über ihre Erfahrungen im Parteivorstand erkennen und kritisierten Stil und Umgangsformen in der Partei.

„Ich halte es inzwischen schlicht nicht mehr aus“, erklärte Schrade in seinem Blog. „Ich habe lange mit mir gekämpft und versucht, diesen Schritt zu vermeiden.“ Er erhob schwere Vorwürfe gegen den politischen Geschäftsführer Johannes Ponader. Dieser sei „absolut nicht teamfähig“ und behindere durch „Alleingänge“ die Vorstandsarbeit. „Ich würde mir wünschen, dass Johannes seine Konsequenzen aus der regelmäßig von allen Kollegen vorgebrachten Kritik zieht“, fügte Schrade hinzu.

Schrade lässt eine Option offen

Schrade kündigte seinen Rücktritt für die Zeit nach dem Parteitag Ende November in Bochum an, ließ sich aber eine Option zum Verbleib im Vorstand offen. Zurücktreten wolle er nur, „sofern sich nicht kurzfristig eine grundsätzliche Änderung der Lage ergibt oder eine turnusmäßige Neuwahl beschlossen wird“.

Julia Schramm kündigte an, ihren Vorstandsposten sofort niederzulegen und sich nach dem Parteitag ganz aus der Parteiarbeit zurückzuziehen. Schramm steht in der Kritik, weil sie ihr Buch mit dem Titel „Klick mich“ nicht frei verfügbar ins Netz stellte. Ihr Verlag hatte mit Schramms Zustimmung eine kostenlose Kopie des Buches im Internet sperren lassen. Für Kritiker war das ein Widerspruch zum Programm der Partei, da sich die Piraten für ein Recht auf kostenlose Kopien von Musik und Büchern einsetzen.

Auf den Streit um das Buch ging Schramm in ihrer Rücktrittserklärung nicht ein. Sie verwies in allgemeiner Form auf die Zwänge des Politikbetriebs: „Dass jedoch jeden Tag mehr die Anpassung meines Denkens und Handelns an eine alte Politikvorstellung notwendig zu werden scheint, die ich ablehne und nicht bereit bin zu vollziehen, ist ein Umstand, dem ich mich nicht länger aussetzen möchte.“

Schramm und Schrade waren Beisitzer im neunköpfigen Bundesvorstand der Piraten. In der Partei wird seit Wochen der Streit um das Führungspersonal offen ausgetragen. Neben Schramm steht besonders Geschäftsführer Ponader, der mit eigenwilligen Äußerungen und Auftritten für Aufsehen sorgte, in der Kritik. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer kommt die Partei nur noch auf vier Prozent. (afp)

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