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Politik
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16. März 2016

„Aufstehen gegen Rassismus“: Neues Bündnis stellt sich gegen die AfD

 Von Kristin Hermann
Protest gegen die AfD in Erfurt. Ein neues Bündnis stellt sich gegen rechte Bewegungen in Deutschland. (Symbolbild)  Foto: dpa

Das neue Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ wendet sich gegen das Erstarken rechter Bewegungen. Teil der Aktionen soll eine Ausbildung von „Stammtischkämpfern“ sein, welche mit fundierten Argumenten gegen die Positionen der AfD ausgestattet werden sollen.

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Man dürfe das Feld nicht den Narren überlassen, sagt Michael Müller, Bundesvorsitzender der Naturfreunde. Die Narren, damit meint er die Mitglieder der Alternative für Deutschland (AfD) und all jene, die in den vergangenen Wochen und Monaten rechte Hetze verbreitet haben. Gegen sie will sich ein neues Bündnis stellen, das sich am Mittwoch offiziell in Berlin unter dem Namen „Aufstehen gegen Rassismus“ gegründet hat. Geplant ist eine bundesweite Aufklärungskampagne gegen Rassismus und gegen die AfD, die mit lokalen Aktionen verknüpft werden soll.

In Deutschland gebe es mittlerweile eine neue Form der Gewaltbereitschaft, sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter und verwies dabei auf die vielen Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in den vergangenen Monaten. „Es ist zwar nicht so, dass die AfD direkt diese Anschläge begeht, aber es gibt ein geistiges Klima unter denen diese Anschläge verübt werden, und dafür ist die AfD genauso wie Pegida verantwortlich“, sagt Hofreiter.

Johanna Uekermann, Vorsitzende der SPD-Jusos, nannte die AfD das „organisierte Zentrum“ neuer rechter Bewegungen in Deutschland. Das Bündnis wolle aus dem „Reagieren“ herauskommen und aktiv Widerstand gegen Rechtspopulisten leisten. Das sei insbesondere nach dem guten Abschneiden der AfD bei den drei Landtagswahlen am vergangenen Sonntag nötig. Teil der Aktionen soll eine Ausbildung von bis zu 25.000 sogenannter „Stammtischkämpfer“ sein, die in Schulungsprogrammen mit fundierten Argumenten gegen die Positionen der AfD ausgestattet werden sollen.

Die Internetseite www.aufstehen-gegen-rassismus.de, auf der Interessierte den Aufruf online unterschreiben können, und eine für den 23. bis 24. April in Frankfurt am Main geplante Aktionskonferenz des Bündnisses sollen dabei helfen, engagierte Bürger gegen rechte Kräfte zu vernetzen. Den Initiatoren zufolge will das Bündnis ausdrücklich mit ähnlichen Projekten zusammenarbeiten. So habe man bereits konkret geplant das Bündnis „Hand in Hand gegen Rassismus“ bei ihren bundesweiten Menschenketten am 19. Juni zu unterstützen. Zudem wollen die Initiatoren auf der Aktionskonferenz besprechen, welche Gegenaktionen sie zum AfD-Bundesparteitag starten, der am 30. April in Stuttgart stattfindet.

Mehr als 120 Erstunterzeichner aus Gewerkschaften, Parteien, Umweltverbänden, Jugendorganisationen und Religionsgemeinschaften unterstützen die Initiative bereits. Darunter sind unter anderem Katja Kipping, Parteivorsitzende der Linken, Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD), Grünen-Fraktionschefin  Katrin Göring-Eckardt, Musiker Konstantin Wecker, Verdi-Chef Frank Bsirske oder der Chaos Computer Club. Unions-Politiker gehören bisher nicht zu den Unterzeichnern. Das Bündnis sei aber für alle offen, sagte Mitinitiatorin Christine Buchholz von den Linken. Es richte sich sowohl an Einzelpersonen, als auch an Organisationen.

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