Deutschland kann alle Atomkraftwerke schon vor 2020 abschalten, sagt Felix Matthes vom Öko-Institut im FR-Interview. Das Modell der Bundesregierung provoziere dagegen Spielchen der AKW-Betreiber, das Enddatum doch noch zu knacken.
Felix Matthes, Forschungs-Koordinator Energie- und Klimapolitik beim Öko-Institut Berlin. Foto: privat
Felix Matthes, Forschungs-Koordinator Energie- und Klimapolitik beim Öko-Institut Berlin. Foto: privat
Herr Matthes, ist es zwingend, den Atomausstieg erst 2021 oder 2022 abzuschließen, wie die Bundesregierung es plant?
Technisch und auch wirtschaftlich wäre ein Ausstieg ganz sicher vor 2020 machbar. Ersatzkapazitäten können früher bereitgestellt werden, und auch die Netzfragen sind wahrscheinlich früher lösbar.
Warum also das spätere Datum?
Das Ganze hat auch eine rechtliche Dimension, in der neben verfassungsrechtlichen Risikoerwägungen auch eine Nuklear-Mumie, das nur wenige Monate betriebene Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich, eine Rolle spielt. Aber auch, wenn man rechtliche Aspekte in Betracht zieht, kann man entweder vor 2020 alle Kernkraftwerke abschalten oder aber deutlich früher mit dem Abschalten der verbleibenden Anlagen beginnen.
Die Koalition hat in der Nacht zum Montag die Energiewende in der schwarz-gelben Variante beschlossen. Dies sind die wichtigsten Punkte: Bis 2022 verzichtet Deutschland schrittweise auf Atomstrom. Die sieben ältesten Meiler sowie das Pannen-AKW Krümmel bleiben abgeschaltet. Eines soll allerdings im Standby-Modus bis zum Frühjahr 2013 bleiben, falls es eng wird mit der Stromproduktion. Die übrigen neun Meiler dürfen bis 2021 weiter laufen, drei davon sogar bei Bedarf bis 2022. Die Kommission hatte für einen klaren Endpunkt ein Jahr früher plädiert.
Laufzeit
Jeder Meiler darf insgesamt 32 Jahre produzieren - damit sieht die Regierung die Rechte der Eigentümer gewahrt. Von dem stillgelegten AKW Krümmel und dem AKW Mülheim-Kärlich dürfen die Restrommengen auf andere Anlagen übertragen werden. Eine Revision des Endzeitpunkts 2022 aber schließt Schwarz-Gelb aus.
Endlager
Alles ist wieder offen. Überraschend sprach sich Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) für einen Neustart aus. Gorleben wird weiter erkundet, aber ebenso werden Alternativen geprüft.
Umstieg
Der Ökofonds zur Förderung erneuerbarer Energien wird deutlich aufgestockt - zulasten des Bundeshaushaltes. 1,5 Milliarden pro Jahr fließen in das Gebäudesanierungsprogramm der Staatsbank KfW. Eigentümer können mehr abschreiben: zehn Prozent ihrer Investitionen. Die Hilfen für die Elektromobilität werden erhöht.
Ausbau der Stromerzeugung und -verteilung
Mit acht Gesetzen will die Koalition in den nächsten Wochen die Energiewende vorantreiben. Diese sehen Erleichterungen bei der Planung und beim Bau von Stromleitungen und von Kraftwerken vor. Das läuft auf mehr Gaswerke hinaus.
Subventionen für die Industrie
Um energieintensiven Betrieben im Standortwettbewerb zu helfen, plant die Regierung Subventionen von bis zu 1,2 Milliarden Euro. 500 Millionen soll der Ökofonds beisteuern, den übrigen Teil der Bund. Diese Erleichterungen stehen allerdings im Verdacht, als Beihilfen den Wettbewerb in Europa zu verzerren. Sie müssen daher erst einmal von der EU-Kommission genehmigt werden.
Zusammengestellt von Markus Sievers
Drei AKW sollen eventuell bis 2022 laufen. Ist das sinnvoll?
Das momentan auf dem Tisch liegende Grobmodell bedeutet letztlich, dass jetzt acht Kernkraftwerke vom Netz gehen und dann die verbleibenden neun Anlagen frontal auf ein Enddatum zulaufen. Dass ganz zum Schluss als kleine Stufe der mögliche Weiterbetrieb von drei Kraftwerken über ein zusätzliches Jahr eingezogen wird, macht dann fast keinen Unterschied mehr. Dieser Kompromiss provoziert aber ganz sicher Spielchen der AKW-Betreiber. Mit dem Ziel, das Enddatum dann doch noch zu knacken.
Wie ginge es anders?
Es gibt durchaus technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Spielraum, um den endgültigen Ausstieg mit kleineren Schritten, deutlich früher und mit größerer Verlässlichkeit für den Strommarkt zu beginnen.
Die acht Alt-AKW sollen vom Netz bleiben, aber eines soll in „Reserve“ gehen. Ist das nötig, um den Blackout zu verhindern?
Die Idee, Kernkraftwerke als „Kaltreserve“ zu nutzen, ist technisch und genehmigungstechnisch nicht wirklich ausgegoren, aber wahrscheinlich auch mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. Es gibt andere Kaltreserve-Kraftwerke, jedoch auch andere Maßnahmen für den Fall der Fälle. Zum Beispiel sind Anreizmodelle für Spitzenlast-Management bei Großverbrauchern einerseits preiswerter und andererseits auch langfristig nachhaltiger, weil auch für das zukünftige Stromversorgungssystem sinnvoll. Erste Firmen haben hier schon ihr Interesse bekundet.
Steht am häufigsten still: Brunsbüttel - Das Kraftwerk hat wegen Störfällen die längsten Stillstandzeiten von allen Kraftwerken in Deutschland. 1978 entwich radioaktiver Dampf in die Atmosphäre. 2001 zerstörte eine Knallgas-Explosion ein Rohr in der Nähe des Reaktordruckbehälters. Ein Sicherheitsventil verhindert einen schweren Zwischenfall. Geplant war die Stilllegung für 2012 - nun darf es bis etwa 2020 weiterbetrieben werden. Pro Jahr werden hier 12 Störfälle gemeldet. Die Regierung beschließt im Zuge der Reaktorkatastrophe, dass Brunsbüttel zusammen mit sechs weiteren AKWs vorläufig vom Netz zugenommen werden soll. Dazu gehören die AKWs Neckarwestheim I, Isar I, Philippsburg I, Unterweser, Grafenrheinfeld und Krümmel.
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Musterschüler: Trotz Massendemonstrationen in den siebziger und achtziger Jahren kann das AKW Brokdorf heute als Vorbild für deutsche Atommeilern gelten. Schwerere Störfälle wurden nicht bekannt. Seit 1986 in Betrieb, durfte der Meiler ursprünglich bis 2019 am Netz bleiben. Nun arbeitet Brokdorf bis 2033 - trotz der fast neun Störfälle pro Jahr.
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Diskussion über Leukämieerkrankungen: Das AKW Krümmel, fünfzig Kilometer von Hamburg entfernt, hat eine lange Historie schwerer Störungen. 1987 werden nach Knallgasexplosionen Beschädigungen an wichtigen Sicherheitsventilen festgestellt. 1989 beginnt die Diskussion um Häufung von Leukämieerkrankungen in der Umgebung des Kraftwerks. 1993 wird Krümmel für mehr als ein Jahr abgeschaltet, nachdem Risse in sicherheitsrelevanten Anlageteilen entdeckt wurden. 2007 brennt eine Trafostation. Die Laufzeit sollte ursprünglich 2019 enden - nun bleibt es bis 2033 am Netz. Pro Jahr werden mehr als elf Störfälle gemeldet.
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Kandidat für die Stilllegung: Das niedersächsische Atomkraftwerk Unterweser, Baujahr 1978, sollte 2012 vom Netz gehen. Nun bleibt es bis 2020 aktiv. Ein schwerer Störfall ereignete sich 1998, als der Reaktor nach einer Reparatur mit gesperrten Sicherheitsventilen an einer Hauptdampfleitung in Betrieb ging. Pro Jahr werden 10,5 Störfälle gemeldet.
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1988 erbaut, sollte das AKW Emsland noch bis 2020 laufen. Nun soll es bis 2034 Strom liefern. Bislang sind keine ernsthaften Störfälle bekannt geworden.
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AKW Grohnde - Nur ein Jahr nach seiner Inbetriebnahme stellte sich 1985 bei einer Revision heraus, dass das Notkühlsystem des AKWs Grohnde nicht einsatzfähig war, weil eine der vier Pumpen Gas statt Wasser enthielt. Trotzdem sollte es bis 2018 laufen - nun sogar bis 2032.
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Streitfall Biblis A: Der hessische Meiler, der seit 1974 in Betrieb ist, sollte 2010 stillgelegt werden. Doch Schwarz-Gelb verlängerte die Laufzeit bis etwa 2018. Das Problem hier: Einen Schutz vor Kleinflugzeug-Abstürzen gibt es nicht.
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Laufzeit bis 2013: Biblis B - Auch der zweite hessische Meiler, seit 1976 in Betrieb, sollte 2010 vom Netz gehen. Doch auch hier wurde die Laufzeit bis 2018 verlängert. Die Reststromübertragung macht eine Laufzeit bis 2013 wahrscheinlich. 1995 trat radioaktiver Wasserdampf durch einen Riss aus; 1997 fielen zwei der vier Nebenkühlwasserpumpen aus.
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Eines von fünf bayrischen Atomkraftwerken: Grafenrheinfeld ist bislang störungsfrei geblieben. Die rechnerische Laufzeit endet im Jahr 2014. Nun allerdings bleibt es bis etwa 2028 am Netz - trotz des Verdachts auf einen Riss nahe des Reaktorkerns.
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Das AKW Philippsburg sollte bis 2012 (Philippsburg I) bzw. 2014 (Philippsburg II) Strom liefern. Nun wurde die Laufzeit bis 2020 (I) und 2032 (II) verlängert. Seit 1979/1981 sind die Reaktoren I und II in Betrieb. 1981 kam es in Philippsburg I zu einem mehr als einjährigen Stillstand wegen des Austauschs mangelhafter Rohrleitungen. 2002 und 2004 wurde radioaktiv verseuchtes Wasser freigesetzt. Als Konsequenz aus der Reaktorkatastrophe in Japan wurde das AKW Philippsburg I am 17.3.2011vorläufig abgeschaltet.
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Auslaufmodell Neckarwestheim I? Rechnerisch sollte der Meiler 2009 vom Netz gehen. Mit dem Mittel der Reststromübertragung konnte Neckarwestheim I noch bis zum Herbst 2010 weiterbetrieben werden. Dann sollte das AKW bis 2018 weiter laufen - trotz Erdbebengefahr und mehr als elf Störfällen pro Jahr. Jetzt hat das Moratorium den Spuk beendet. Das AKW wurde ebenfalls vorläufig vom Netz genommen.
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Stuttgarter Stromlieferant: Im Jahr 1988 erbaut, sollte Neckarwestheim II bis 2021 Strom produzieren - nun wird es erst 2036 vom Netz gehen. 2004 kam es zu einem Störfall, als eine geringe Menge Radioaktivität in den Neckar gelangte. Heilbronn liegt zehn, Stuttgart 25 Kilometer vom AKW entfernt.
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Erhöhtes Krebsrisiko: Die Atomkraftwerke Gundremmingen B und C aus den Jahren 1984/85sollten 2016 bzw. 2017 vom Netz genommen werden. Nun bleiben sie bis 2030 am Netz. Ernsthafte Störfälle sind bislang nicht bekannt geworden. In einem Umkreis von 15 Kilometern um das Kraftwerk lässt sich allerdings ein erhöhtes Aufkommen von Krebserkrankungen bei Kindern feststellen.
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Die Stilllegung von Isar I war für 2011, nun für 2019 geplant: Zehn Kilometer von Landshut und siebzig von München entfernt liegt das Kraftwerk Isar I und II. Während Isar II störungsfrei blieb, ist Isar I ein Sorgenkind: 1981 wurde der Meiler ein Jahr wegen Austauschs mangelhafter Rohrleitungen stillgelegt; 1988 beschädigten Knallgasexplosionen wichtige Ventile; 1991 erfolgt die Schnellabschaltung nach dem Ausfall von vier Umwälzpumpen. Isar 2 sollte 2020 stillgelegt werden - nun läuft es weiter bis 2034.
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Endlagerfrage: Wohin mit dem ganzen Atommüll? - Wenn sich die Bundesregierung auf ein oder mehrere Atom-Endlager einigen kann, besteht immer noch das Transportproblem für den strahlenden Müll. Anders als derzeit üblich per Castortransport ist diese logistische Leistung wohl nicht denkbar.
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Endlager von 2014 an: Schacht Konrad - Das ehemalige Erzlager soll 2014 den Betrieb als Endlager für Atommüll aufnehmen. Geplant ist, 90 Prozent des gesamten Volumens der radioaktiven Abfälle in Deutschland zu lagern.
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Stillgelegt: Morsleben, in Sachsen-Anhalt liegend, war von 1981 bis 1998 als "Endlager" für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Betrieb. Im Zuge der derzeitigen Stilllegung werden rund vier Millionen Kubikmeter Salzbeton über Rohrleitungen in das Lager gepumpt.
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Wird als Endlager geprüft: Gorleben - Der niedersächsische Salzstock wird derzeit für den Zweck der Endlagerung von wärmeentwickelnden radioaktiven Abfällen, also abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken und Rückständen aus der Wiederaufarbeitung, untersucht. Frühestens 2035 soll der Betrieb aufgenommen werden.
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Wie Endlagerung scheitern kann: Asse II - Die Schachtanlage bei Wolfenbüttel ist als Atommüll-Endlager völlig ungeeignet: Grundwasser läuft ein, radioaktive Behälter schlagen leck, eine Evakuierung ist erforderlich. Die Behörden versuchen derzeit, eine Kontamination des Lebensraumes um Asse II zu verhindern.
Atomkraft trägt rund ein Viertel zum Energiebedarf in Deutschland bei. Doch der radioaktive Abfall muss irgendwo untergebracht werden. FR-online zeigt die Meiler und Endlager in Deutschland, welche Störfälle es gab und wo endgelagert werden soll. Hier ein Castorbehälter, mit einer Wärmekamera fotografiert.
Der Ausstieg aus dem Atomstrom könnte schneller erfolgen als geplant. Die Grafik zeigt die Anteile des Atomstroms bis 2019 - die Folgegrafik geht weiter....
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Bis 2030 könnte aller Strom aus erneuerbaren Energieformen stammen.
Foto: FR/Galanty/Kühl
Das Atommoratorium und Wartungsarbeiten führten im Mai 2011 zu der kuriosen Situation, dass nur sechs Atomkraftwerke am Netz waren. Dennoch brach nirgends die Stromversorgung zusammen. Die Fakten im Einzelnen....
Noch am 12. März 2011 halten sich Atomkraftwerke und Braunkohle die Waage...
Am 2. Mai sank die Stromerzeugung insgesamt und der Anteil der AKW erheblich.
Gehandelt wird der Strom an der Leipziger Börse EEX zum stündlichen Kauf. Die Grafik zeigt die Preisentwicklung.
Dabei ist die Herstellung unterschiedlich teuer - am günstigsten ist Braunkohle.
Windkraft zählt zu den teureren Energiegewinnungsformen ist aber viel umweltverträglicher. Geeignete Standorte dafür gibt es vor allem in Norddeutschland.
Der Strom für deutsche Steckdosen kommt aus verschiedenen Quellen: Braunkohle, Gas, Steinkohle und Uran (AKW). Damit der Strom alle Haushalte erreicht gibt es Stromtrassen - doch deren Kapazität reicht laut Experten nicht aus. Daher sind neue Stromtrassen vor allem für erneuerbare Energien geplant.
Erdwärme-Kraftwerke, wie dieses im mecklenburgischen Neustadt-Glewe im Kreis Ludwigslust, das 2003 offiziell ans Netz ging, arbeiten mit unterschiedlichen Methoden. Das Geothermie-Kraftwerk nutzt 97 Grad heißes Tiefenwasser aus der Erdkruste und erzeugt jährlich 1.400 Megawattstunden Strom für bis zu 500 Haushalte.
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Auch sogenannte Biogasanlagen ermöglichen es, alternative Energien zu gewinnen. Eines steht in Schwedt in der neuen Anlage des Betreibers Verbio. Die Biogasanlage nahm im März offiziell ihren Betrieb auf. Die Technik wird schon an vielen Stellen genutzt.
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Hier werden nur Reststoffe verwertet. Die Produktionsstätte ist mit einer bestehenden Anlage des Unternehmens zur Bioethanol-Herstellung gekoppelt. Die Biogasanlage kostete nach Unternehmensangaben rund 40 Millionen Euro. und erzeugt rund 30 Megawatt Strom.
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Zu den unkonventionellen Methoden der Energiegewinnung zählen Aufwindkraftwerke. Ihre gigantischen Ausmaße machen sie für Europa wenig geeignet: Bis zu 1000 Meter hoch und 100 Meter breit müssen sie sein. An ihrem Fuß soll ein fast fünf Kilometer großes Glasfeld die von der Sonne im Boden erzeugte Hitze zum Turm in der Mitte leiten und die dort integrierten Turbinen antreiben.
Foto: Schlaich Bergermann Solar GmbH
Mit dieser Technik können 200 Megawatt Strom pro Turm erzeugt werden. Allerdings wohl eher in unbewohnten Wüstenregionen. Eine Anlage kostet bis zu 800 Millionen Euro.
Foto: Schlaich Bergermann Solar GmbH
Eine der ältesten Formen der Energiegewinnung ist Wasserkraft. Das geht jedoch nicht nur durch Staustufen sondern auch mit Gezeitenkraftwerken wie hier in St. Malo (Archivbild). Ebbe und Flut lassen den Wasserstand um bis zu zehn Meter schwanken. Spitzenleistung liegt bei 240 Megawatt.
Foto: dpa
Einen ganz anderen Weg beschreiten Druckluftkraftwerke. Weltweit gibt es erst zwei, eins davon in Huntdorf bei Bremen. Es verfügt über eine Leistung von 321 Megawatt.
Foto: eon
Bei Solnova 1 bündeln Spiegel in Form von Parabolrinnen das Sonnenlicht in einem Rohr und heizen das darin zirkulierende Spezialöl, das sogenannte Wärmeträgermedium, auf. Ein anderer Weg besteht darin, das Sonnenlicht von zahlreichen flachen Spiegeln auf einer kleinen Fläche an der Spitze eines oft mehr als 100 Meter hohen Turmes zu bündeln. Vermutlich werden unterschiedliche Technologien im Rahmen des visionären Projekts Desertec zum Einsatz kommen: Das Projekt sieht vor, Strom solarthermischer Kraftwerke aus Nordafrika nach Europa zu übertragen.
Alternative Energien sind auf dem Vormarsch. Manche sind gerade erst in der Entwicklung, andere längst eingeführt. FR-online.de zeigt die Möglichkeiten der Technik und die Perspektiven auf. Pumpspeicher-Kraftwerke, wie das Hohenwarte II-Kraftwerk in Thüringen, arbeiten mit Wasser. Das seit 1966 laufende Spitzenlastkraftwerk hat eine Leistung von 320 Megawatt Elektroenergie. Zu Zeiten von geringem Elektroenergieverbrauch wird Wasser von einem Unterbecken in das Oberbecken gepumpt, zu Zeiten mit hohem Energiebedarf strömt das Wasser aus dem Oberbecken wieder in das Unterbecken und treibt dabei Turbinen zur Stromerzeugung an.
Die Bundesnetzagentur soll entscheiden, welches AKW in Reserve bleibt.
Ich bin zuversichtlich, dass die Netzagentur hier nach sorgfältiger Abwägung die auch langfristig sinnvollen Lösungen in den Blick nimmt und dass letztlich alle acht stillgelegten Anlagen nie wieder Strom erzeugen werden.
Die Bundesregierung hat entschieden, dass die AKW-Betreiber weiter die Brennelementesteuer bezahlen sollen. Eine richtige Entscheidung?
Ganz sicher. Denn die Abschaffung der Steuer hätte allein die Profite der AKW-Betreiber vergrößert. Um zu erreichen, dass genügend Unternehmen in Projekte der Energiewende wie zum Beispiel neue Gaskraftwerke investieren, braucht es eine wettbewerbsneutrale, besser noch eine wettbewerbsfördernde Flankierung. Wäre die Steuer gestrichen worden, hätte das zusätzliche Wettbewerbsverzerrungen erzeugt. Zudem wären den anderen Steuerzahlern Milliardenkosten für die Sanierung der Asse aufgebürdet worden. Für diese Zwecke war die Steuer ja auch gedacht.
Damir Fras ist unser US-Korrespondent Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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