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06. Januar 2016

#einearmlaenge: Auf Armlänge Abstand halten!

 Von 
Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker äußert sich zu den Übergriffen auf Frauen in Köln.  Foto: dpa

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker gibt Frauen den Rat, Unbekannte nicht zu nah an sich heran zu lassen - und erntet einen erbarmungslosen Shit-Storm. Dass Reker vor wenigen Wochen fast durch ein Attentat gestorben wäre, ist längst vergessen. Ein Kommentar.

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Henriette Reker, die Kölner Oberbürgermeisterin, hat einen Mordanschlag überlebt. Ein Mann hat versucht, sie auf einem Wochenmarkt mit Messerstichen zu töten. Beinahe wäre ihm das gelungen. Reker und ihr Wahlkampfteam haben einen Fremden zu nah an sich herankommen lassen. Das war ein Fehler, der Henriette Reker nie wieder unterlaufen wird. Nun ist sie genesen und im Amt und hat ein Problem, weil die Stadt Köln ein Problem hat. In einer Pressekonferenz nach den Übergriffen am Hauptbahnhof wird sie von einer Journalistin gefragt, wie Frauen sich schützen können.

Reker sagt, dass man generell Menschen, zu denen man kein Vertrauensverhältnis habe, nicht zu nahe an sich heran kommen lassen solle. Dann empfiehlt sie, was auch die Opferhilfsorganisation „Weißer Ring“ empfiehlt: Immer eine Armlänge Abstand zu halten. Das ist natürlich ein völlig sinnloser Ratschlag für die Opfer von Köln. Ein falsches Argument ist es auch. Und es ist ein Fehler, der Henriette Reker wohl nicht mehr unterlaufen wird. Denn in den Minuten, nachdem sie das gesagt hat, gibt es nicht viele, die sich daran erinnern, dass die Frau, die hier einen unpassenden Ratschlag gibt, vor wenigen Wochen fast gestorben wäre, weil sie keine Armlänge Abstand hatte. Im Netz bricht unter dem Hashtag #einearmlaenge ein Shit-Storm über Reker herein, erbarmungslos, erinnerungslos.

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Der Satiriker Jan Böhmermann fordert auf Twitter dazu auf, Bilder von Reker zu montieren, die sie mit einem roten Fahrrad-Abstandhalter am Kopf zeigen. Und natürlich finden sich Leute, die das machen - die eine Frau, die ein Attentat überlebt hat, so verhöhnen. Da kann man nur raten: Eine Armlänge reicht nicht aus, um genug Abstand von solchen Leuten zu bekommen.

 

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