Mit (zu) hohen Erwartungshaltungen kann Franz Müntefering umgehen, schließlich haben sich seit mehr als einem Jahrzehnt die sehnsüchtigen Blicke seiner Parteifreunde schon mehrfach auf ihn gerichtet.
Als Müntefering 1995 zum SPD-Bundesgeschäftsführer ernannt wurde, sollte er die zerstrittene Troika aus Rudolf Scharping, Oskar Lafontaine und Gerhard Schröder stabilisieren und die Partei kampagnenfähig machen. Das gelang.
Vier Jahre später sollte Müntefering als Generalsekretär die SPD nach durchwachsenem rot-grünem Beginn in ruhigeres Fahrwasser geleiten. Und im Frühjahr 2004 setzte die verunsicherte Parteibasis wieder all ihre Hoffnung in Müntefering, um eine drohende Spaltung der SPD wegen Gerhard Schröders Agenda-Politik zu verhindern.
Trotz seiner Popularität ist der knorrige Zigarilloraucher dabei vielen SPD-Mitgliedern wie Beobachtern unnahbar geblieben und, vor allem, undurchschaubar.
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