Düsseldorf. Die Angeklagten im Terrorprozess gegen die islamistische "Sauerland-Gruppe" haben gegenüber Beamten des Bundeskriminalamtes (BKA) die ihnen zur Last gelegten Taten eingeräumt. Der Verteidiger des Angeklagten Fritz G., der Karlsruher Jurist Dirk Uden, sagte auf ddp-Anfrage, sein Mandant habe bereits am vergangenen Dienstag mit einem umfangreichen Geständnis begonnen.
"Mein Mandant hat detaillierte Aussagen gemacht", sagte der Anwalt des mitangeklagten Daniel S., der Düsseldorfer Rechtsanwalt Johannes Pausch, der "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe). Dem Blatt zufolge war Daniel S. in der Justizvollzugsanstalt Köln-Ossendorf sieben Stunden vernommen worden.
Ein BKA-Sprecher wollte sich auf ddp-Anfrage zu den Aussagen der Angeklagten gegenüber den Behördenvertretern nicht äußern. Zur Begründung verwies er auf das laufende Gerichtsverfahren. Das OLG stellte indes seine Prozess-Planung um. Statt am Dienstag solle nun am kommenden Mittwoch (24. Juni) mit der Vernehmung der vier Angeklagten begonnen werden, teilte das Gericht am Donnerstag mit.
Die Mitglieder der "Sauerland-Gruppe" müssen sich seit dem 22. April vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG) verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, im Jahr 2007 Autobombenanschläge auf US-Einrichtungen in mehreren deutschen Großstädten geplant zu haben. Die Männer hatten sich zwölf Fässer mit Chemikalien beschafft und in einer Ferienwohnung im sauerländischen Medebach-Oberschledorn damit begonnen, daraus Sprengstoff herzustellen. Am 4. September 2007 wurden sie in der Ferienwohnung festgenommen.
Bereits bei der letzten Prozessrunde vor dem OLG in der vergangenen Woche hatten die Angeklagten angekündigt, umfassende Geständnisse ablegen zu wollen. Zur Begründung hatten sie unter anderem angegeben, dass sie sich vor Gericht langweilten. Die Angeklagten wollten daraufhin mit ihren Verteidigern Erklärungen formulieren. Außerdem sollten alle vier Angeklagten von BKA-Leuten zu Teilaspekten der Anklage befragt werden.
Die Angeklagten erhoffen sich einen Strafnachlass. Der Vorsitzende Richter Ottmar Breidling hatte nicht ausgeschlossen, dass durch die Aussagen das auf zwei Jahre veranschlagte Gerichtsverfahren um zwölf Monate verkürzt werden könnte. (ddp)
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