Den Polizisten von Bund und Ländern steht ein arbeitsreiches Wochenende bevor. Rechts- und linksextreme Bündnisse rufen vielerorts am 1. Mai zu Demonstrationen auf. Zudem muss die Polizei zu neun Bundesliga-Spielen und weiteren Fußball-Partien unterer Ligen anrücken.
Schwerpunkt der Demonstrationen am Tag der Arbeit ist Berlin. Die NPD hat dort zum "kraftvollen Arbeiterkampftag" aufgerufen. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) rechnet mit einem Aufmarsch von 1000 bis 3000 Rechtsextremen, sowie rund 10.000 linken Gegendemonstranten. Das Bündnis "1. Mai Nazifrei" wird unter anderen von der SPD, den Grünen und der Linken, sowie den Gewerkschaften unterstützt. Ihr Credo: "Wenn Nazis marschieren, werden wir blockieren."
5000 bis 6000 Polizisten aus verschiedenen Bundesländern rüsten sich zum Einsatz in Berlin. Sie sollen Auseinandersetzungen zwischen linken und rechten Demonstranten verhindern, sowie Gewaltausbrüche bei der linksextremen Demonstration am Abend des 1. Mai in Kreuzberg "im Keim ersticken". 2009 waren in Kreuzberg mehr als 400 Polizisten durch Stein- und Flaschenwürfe verletzt und 200 Randalierer festgenommen worden.
Die Hansestadt Hamburg, in der es zuletzt am 1. Mai 2008 zu schweren Ausschreitungen zwischen Linken und Rechten gekommen war, sieht dem Maifeiertag hingegen eher gelassen entgegen. Die NPD hat keine Demonstration in Hamburg angemeldet.
In Berlin spielt die Musik
Laut dem Vizechef des Verfassungsschutzes, Manfred Murck, werden große Teile der linken autonomen Szene nach Berlin gehen, "weil dort die Musik spielt". Die "revolutionäre Demo" habe ihre Teilnehmerzahl von 1500 auf 500 reduziert. Es sei von einem geringeren Gewaltpotenzial auszugehen. Auch Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) rechnet mit einem vergleichsweise ruhigen Wochenende. Gleichwohl sei die Polizei vorbereitet.
Die NPD mobilisiert ihre Kräfte auch in Rostock, Erfurt, Zwickau und Schweinfurt. In Rostock sind 400 Neonazis angemeldet, in Erfurt wird mit 350 bis 500 Teilnehmern gerechnet, in Zwickau mit 200. In allen Städten wird es Gegenveranstaltungen geben.
Bundesweit sind zudem zahlreiche "revolutionäre Demonstrationen" der linken Szene geplant, darunter Dortmund, Duisburg, Leipzig, Magdeburg, Frankfurt, Hannover, Stuttgart, Karlsruhe und München. (mit dpa)
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