In Duisburg hat am Sonntag die Abstimmung über die Abwahl von Oberbürgermeister Adolf Sauerland begonnen. Rund 365 000 Wahlberechtigte können entscheiden, ob der wegen der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten in die Kritik geratene CDU-Politiker seinen Posten räumen muss.
Wenn mindestens jeder vierte der rund 365.000 Wahlberechtigten gegen Sauerland stimmt und dies die Mehrheit der abgegeben Stimmen ist, muss er sein Amt abgeben. In spätestens sechs Monaten muss dann ein Nachfolger gewählt werden. Das Ergebnis dürfte zwischen 19.30 Uhr und 20.00 Uhr feststehen.
Sauerland will erst gehen, wenn er abgewählt wird
Seine Kritiker werfen Sauerland vor, die politische Verantwortung für die Massenpanik zu tragen. Der Oberbürgermeister hat einen Rücktritt mit der Begründung abgelehnt, er habe keine Fehler gemacht und trage politisch nur so viel Verantwortung für das Unglück wie jedes andere Mitglied im Stadtrat. Er werde erst gehen, wenn eine demokratische Mehrheit ihn abwähle.
Im Duisburger Stadtrat war ein Abwahlantrag gegen Sauerland am Widerstand der CDU gescheitert. Seine Gegner haben deshalb mit einem Bürgerbegehren die Abstimmung aller Wahlberechtigten erzwungen. Für eine Abwahl Sauerlands sind mindestens 91.250 Stimmen erforderlich.
Selbst wenn die Mehrheit der Duisburger für Sauerlands Abtritt sein sollte, ist fraglich, ob die Wahlbeteiligung ausreicht. (dpa, jon)
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