Berlin - Der Protest war schon am Morgen laut. "Mit den Almosen geben wir uns nicht zufrieden", sagte Ellen Paschke vom Verdi-Bundesverband, der die Wut in der Stimme anzuhören war. Auch Siglinde Hasse heizte die riesige Menge an: "Das ist keine Therapie, das ist nur eine Spritze, es gibt keine Planungssicherheit für die Kliniken", rief die stellvertretende Vorsitzende der Tarifunion des Deutschen Beamtenbundes DBB.
Aus der gesamten Republik kamen am Donnerstag Zehntausende Klinikmitarbeiter mit Sonderzügen und Bussen nach Berlin, um für eine bessere Krankenhausfinanzierung zu protestieren. Die Polizei zählte 135 000 Demonstranten; mit Trillerpfeifen und Rasseln machten sie ihrem Ärger ordentlich Luft. Gekleidet in Arztkittel oder grünen OP-Dress skandierten sie "Stell Dir vor, Du klingelst, und es kommt keiner" oder gar "Geld oder Leben".
Doch auch die Anschuldigung von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) an die Bundesländer, sie hätten seit Jahren zu wenig Geld in ihre Kliniken gepumpt, hallte bis zum Brandenburger Tor. "Wir stehen heute auch hier, weil wir nicht länger hinnehmen, dass viele Bundesländer ihrer gesetzlichen Pflicht, ausreichende Investitionsmittel für die Krankenhäuser bereitzustellen, immer weniger nachkommen", sagte Rudolf Kösters, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft DKG. Ein Treffen der Klinik-Funktionäre mit Ulla Schmidt kam am Donnerstag nicht zustande: Sie lehnten das kurzfristige Gesprächsangebot der Ministerin ab, um nicht bei der Demo zu fehlen. Zu einem anderen Zeitpunkt treffe man sich gern mit ihr, sagte der Hauptgeschäftsführer der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Armin Ehl.
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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