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Politik
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29. März 2014

AfD Alternative für Deutschland: Ärger in der AfD

 Von Annika Leister
AfD-Sprecher Bernd Lucke.  Foto: dpa

AfD-Sprecher Bernd Lucke hat mehrfach betont, dass Rechtspopulisten in der AfD nichts zu suchen haben. Bei einer Podiumsdiskussion in Köln sieht das anders aus: Neben AfD-Gründungs- und Vorstandsmitgliedern ist ein bekannter Rechter geladen. Und der Andrang unter den Zuhörern ist groß.

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Nigel Farage will weniger Immigranten, größere Gefängnisse und vor allem: keine Europäische Union. Mit seiner Forderung, Großbritannien solle sofort aus dem Bündnis austreten, ist der Anführer der United Kingdom Independence Party (Ukip) berühmt geworden.

Seine Anti-Haltung ist noch extremer als die der deutschen Eurokritiker bei der Alternative für Deutschland (AfD) – weswegen Farages Auftritt bei einer Podiumsdiskussion der AfD-Jugendgruppe im Kölner Maritim Hotel für Verstimmungen in der Partei sorgt. AfD-Vorstandsmitglied und NRW-Spitzenkandidat Marcus Pretzell wurde wegen seiner Teilnahme vom eigenen Vorstand abgemahnt.

Großer Andrang bei Farange-Auftritt

Die Meinungsverschiedenheiten hatten sich schon auf dem Parteitag am vergangenen Wochenende gezeigt. Die „Junge Alternative“ (JA) aus NRW hatte Flyer zur Podiumsdiskussion auf allen Plätzen verteilt. „Was soll denn das?“, fragte ein AfD-Mitglied wütend. Man sei sich doch einig gewesen, sich von Rechtspopulisten fern zu halten. Ein Verdikt, das AfD-Sprecher Bernd Lucke auf dem zweitägigen Treffen immer wieder erneuert hatte.

Die AfD müsse aufpassen, im Parteienspektrum nicht rechts von der CSU angesiedelt zu werden, warnte er. Den Andrang auf den Farage-Abend schmälerte das allerdings nicht.

Offiziell veranstaltet wurde der Diskussionsabend zwar bloß von der AfD-Jugend – auf dem Podium neben Nigel Farage nahmen am Donnerstag jedoch auch AfD-Gründungsmitglied Martin Renner und Marcus Pretzell Platz. Der Bielefelder Rechtsanwalt Pretzell ist NRW-Spitzenkandidat auf der AfD-Liste zur Europawahl und seit dem Erfurter Parteitag Teil des Bundesvorstands. Renner wie Pretzell hatten ihre Teilnahme im Voraus damit erklärt, dass man von Farage lernen wolle. Unabhängig von seiner politischen Ausrichtung sei der Brite ein brillanter Rhetoriker und ein in Zeiten der Politikverdrossenheit erstaunlich erfolgreicher Politiker.

„Außenpolitischer Amoklauf“

Nigel Farage sprach sich in Köln wie üblich gegen die EU aus, deren Politiker ein „Empire mit 500 Millionen Bürgern“ formen wollten. Starke Nationen statt starker EU – bis hierhin hätte wohl auch Bernd Lucke noch applaudiert. Doch Farage dozierte auch über den Strom verarmter Immigranten, der sich unaufhaltsam seinen Weg nach Europa bahne, um von den Sozialsystemen zu profitieren. Das Verhalten der EU bewertete Farage als ebenso lächerlich wie den EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy.

Pretzell warnte vor einer „zunehmenden Islamisierung“ und einer „Multikulti-Gesellschaft“. Einen EU-Austritt bezeichnete er im Fall von Deutschland jedoch als „außenpolitischen Amoklauf“. An der Spitze der AfD um Bernd Lucke habe Pretzells Auftritt zu „Irritationen“ geführt, sagte Pressesprecher Christian Lüth.

Nach einem Beschluss vom November 2013 müssten Vorstandsmitglieder die Kontaktaufnahme zu ausländischen Politikern zuerst vom Rest des Vorstands genehmigen lassen. „Das hat Herr Pretzell nicht getan.“ Dass die Diskussion mit Farage bereits angesetzt war, bevor Pretzell in den Vorstand gewählt wurde, ändere nichts an der Regel. Pretzell sei deswegen vom Vorstand schriftlich verwarnt worden.

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