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23. Dezember 2014

AfD-Mitglieder: AfD mit Mitgliedsplus

 Von 
Fans, Groupies, vielleicht sogar mal Parteigänger (zumindest als Erstwähler) – aber auch Parteimitglieder?  Foto: rtr

Nur eine einzige Partei konnte im ablaufenden Jahr ein Plus bei den Mitgliederzahlen verbuchen: die rechtskonservative AfD. Bei den Regierungsparteien hält der schleichende Abwärtstrend an.

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Berlin –  

Die rechtskonservative Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) hat im abgelaufenen Jahr nach Recherchen der Frankfurter Rundschau als einzige Partei Mitglieder hinzugewinnen können. Sie verbuchte nach eigenen Angaben unter dem Strich rund 6400 Zugänge und kommt nun bundesweit auf 21 785 Mitglieder; das ist ein Plus von immerhin 41 Prozent. Damit könnte die AfD bald die weiter im Sinkflug befindlichen Piraten als siebtstärkste bundesdeutsche Partei ablösen.

Die Piraten verloren nach den aktuell verfügbaren Zahlen 5400 Beitragszahler und kommen nun noch auf 25 045 Mitglieder – ein Minus von knapp 18 Prozent. Als Grund nannte eine Parteisprecherin die anhaltende Bereinigung der Kartei um Mitglieder, die ihre Beiträge nicht bezahlen.

Bei den Regierungsparteien hält der seit Jahren zu beobachtende schleichende Abwärtstrend an. Weil die Anhänger der Volksparteien überaltert sind, verlieren Union und SPD stetig weiter mehr zahlende Unterstützer, als sie neue hinzugewinnen. Im direkten Duell zwischen SPD und CDU haben die Genossen mit 461 537 noch leicht die Nase vor den Christdemokraten, die „knapp 460 000“ Mitglieder melden. Beide Zahlen beziehen sich auf Ende November. Allerdings schrumpft die SPD mit dem Verlust von 12 125 Mitgliedern oder 2,5 Prozent wieder schneller als die Partei der Kanzlerin, die rund 7000 Unterstützer (1,5 Prozent) verlor.

In der deutschen Nachkriegsgeschichte hatten die Sozialdemokraten mit ihren Mitgliederzahlen jahrzehntelang vor der CDU gelegen. Weil in den rot-grünen Regierungsjahren die Austritte und Todesfälle die Eintritte aber massiv überstiegen, mussten die Genossen 2008 ihre Spitzenposition abgeben. Erst 2013 eroberten sie den ersten Platz wieder zurück. Grund war damals der Mitgliederentscheid über die große Koalition, der zahlreiche Menschen zum Parteieintritt bewegte. Offenbar verabschiedet sich nun jedoch zumindest ein Teil dieser Neu-Mitglieder wieder von der Sozialdemokratie.

Zeit der Mitgliederparteien vorbei

„Die goldene Zeit der Mitgliederparteien ist wohl vorbei“, konnte der Berliner Parteienforscher Oskar Niedermayer schon vor einiger Zeit konstatieren. Gemessen daran zeigt sich die CSU in diesem Jahr erneut erstaunlich stark für eine Regionalpartei. Mit 147 000 Mitgliedern liegt sie gerade einmal 0,7 Prozent unter ihrem Vorjahreswert, als noch 148 000 Frauen und Männer ein weiß-blaues Parteibuch hatten.

Die beiden Oppositionsparteien des Bundestags liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit 62 614 Mitgliedern lag die Linkspartei im Oktober noch knapp vor den Grünen, die 60 925 Beitragszahler melden. Während die Ökopartei jedoch mit minus 0,7 Prozent ihre Anhängerschaft fast hat halten können, musste die Linkspartei mit minus 1,8 Prozent einen weiteren Rückgang verbuchen. Die Partei hatte bereits 2012 einen starken Einbruch melden müssen.

Eine schmerzhafte Schrumpfkur hat in den vergangenen Jahren auch die FDP hinter sich gebracht – die praktisch parallel zu ihren Wahlniederlagen gesehen werden kann. Der Auszug aus dem Bundestag hat den Liberalen jedoch offenbar nicht allzu stark zusätzlich geschadet. Ende 2013 hatte die FDP noch 57 263 Mitglieder. Nun meldet ihr Sprecher für November einen Stand von rund 56 000. Das wäre ein Rückgang um gut zwei Prozent.

Angesichts der politischen Großwetterlage sei das „recht stabil“, geben sich die Freidemokraten zufrieden. Dem kann man nach einem Blick auf die aktuellen Umfragewerte – zwei Prozent – kaum widersprechen.

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