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08. August 2012

Affäre um Ruderin Drygalla: Präses fordert Reue von Drygalla

 Von Bettina Vestring
Der rheinische Präses Nikolaus Schneider.  Foto: epd

Die Ruderin Nadja Drygalla bestreitet, selbst Sympathien für die rechtsextreme Szene zu haben. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Schneider, fordert sie dennoch zu Umkehr und Reue auf. Dazu zitiert er aus der Bibel.

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Berlin –  

Nun schaltet sich auch die Kirche in die Debatte um die Ruderin Nadja Drygalla ein. Unter Verweis auf die Bibel forderte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, Drygalla zu Umkehr und Reue auf. Im Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt zitierte Schneider aus dem Buch Hesekiel (33,12): "Wenn ein Gottlose von seiner Gottlosigkeit umkehrt, so soll's ihm nicht schaden, dass er gottlos gewesen ist."

Bei Hesekiel lerne man, so Präses Schneider, "dass es Umkehr gibt und man die auch Frau Drygalla zugestehen muss". Allerdings verlange die Bibel einen echten Sinneswandel, der "tatsächlich errungen und ernst gemeint sein" müsse. Er habe es ein bisschen schade gefunden, dass sich Drygalla erst so spät geäußert hatte.

Tatsächlich hatte die Ruderin erst Tage nach ihrer Abreise aus London ein Interview gegeben, in dem sie sich zu ihrem Lebenspartner, dem Neonazi Michael Fischer äußerte. Drygalla sagte, Fischer sei inzwischen aus der Szene ausgestiegen. Sie selbst habe zu keinem Zeitpunkt solche Verbindung gehabt und lehne sie auch absolut ab.

"Frau Drygalla hat ein Recht auf Umkehr, und in Sippenhaft für ihren Freund darf sie schon gar nicht genommen werden", sagte Schneider auch. Der Theologe gab das Interview während eines mehrtägigen Besuchs bei den Olympischen Spielen in London, wo er Wettkämpfe ansah und sich um die deutschen Sportler kümmerte. An der Gedenkfeier für die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 in München nahm der Theologe allerdings nicht teil.

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