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22. Januar 2013

Afghanistan-Einsatz: Prinz Harry tötete Taliban-Kämpfer

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Prinz Harry auf Patrouille in Afghanistan. Foto: dpa

Seit elf Jahren kämpft die britische Armee in Afghanistan. Ihr prominentester Soldat ist Prinz Harry, der in dieser Woche vom Einsatz in der Provinz Helmand zurückkehrt. In Interviews bekennt der Royal, Taliban-Kämpfer getötet zu haben.

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Seit elf Jahren kämpft die britische Armee in Afghanistan. Ihr prominentester Soldat ist Prinz Harry, der in dieser Woche vom Einsatz in der Provinz Helmand zurückkehrt. In Interviews bekennt der Royal, Taliban-Kämpfer getötet zu haben.

Beim britischen Militär trägt er den schlichten Namen "Captain Wales". Prinz Harry, Ko-Pilot und Schütze im Apache-Kampfhubschrauber, dient bei der britischen Armee in Afghanistan. Fast fünf Monate dauerte dieses Mal sein Einsatz im der umkämpften Provinz Helmand. Vor seiner Rückkehr nach Großbritannien gab Harry ungewöhnlich offene Interviews. Auf die Frage britischer Journalisten, ob er im Einsatz Taliban-Kämpfer getötet habe, antwortete der Prinz: "Ja, so wie viele andere auch. Die Einheit war unterwegs. Alle haben in gewissem Umfang geschossen."

"Wir schießen, wenn wir müssen, wir nehmen ein Menschenleben, um ein Menschenleben zu retten. Aber eigentlich sind wir mehr zur Abschreckung da", sagte Harry. "Wir müssen sicherstellen, dass die Kameraden am Boden sicher sind. Wenn das bedeutet, dass wir auf jemanden schießen müssen, der auf sie schießt, dann tun wir das. Wenn da Leute sind, die unseren Kameraden Böses tun wollen, dann nehmen wir sie aus dem Spiel."

Der 28-jährige Harry, der bis zur Geburt von Kronprinz Williams Baby an zweiter Stelle der britischen Thronfolge steht, dient seit acht Jahren beim Militär. 2008 war er zum ersten Mal in den Einsatz nach Afghanistan geschickt worden. Damals wurde er aber nach zehn Tagen wieder abgezogen, weil in den Medien über seinen Einsatzort berichtet worden war und die britische Militärführung Anschläge auf den Prinzen befürchtete.

Soldat, Royal, Party-Löwe

Diesmal war Harry in der Militärbasis Camp Bastion in Zentral-Afghanistan stationiert. Für den Prinzen bedeutet der Kampfeinsatz ein kostbares Stück Normalität, trotz der Unterbringung im umgebauten Container. "Ich gehöre dazu. Ich werde von niemandem anders behandelt", sagte Harry. In den Interviews schilderte er, wie er "drei Ichs" habe: Eines in der Armee, eines in seiner privaten Freizeit, und ein drittes als Mitglied der königlichen Familie. "Es gibt einen Schalter, und den lege ich um, wenn es nötig ist."

Harry zeigte sich überzeugt, dass auch sein älterer Bruder William, der als Pilot eines Rettungshubschrauber der britischen Luftwaffe in Wales stationiert ist, am liebsten in Afghanistan dienen würde. "Natürlich wäre er wahnsinnig gerne hier, und um ehrlich zu sein, sehe ich auch nicht, warum das nicht möglich sein sollte. Es würde doch niemand wissen, dass er im Cockpit sitzt", sagte Harry.

"Ja, man würde auf ihn schießen, aber wenn auf unsere Kameraden am Boden geschossen wird, dann sehe ich nichts Verkehrtes darin, dass auch wir unter Beschuss kommen können. Die Leute daheim haben damit ein Problem, aber wir sind doch nichts Besonderes. Unsere Kameraden, die da draußen kämpfen, die sind es. So einfach ist das."

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