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16. September 2012

Afghanistan: Frauen und Kinder bei Nato-Angriff getötet

In Afghanistan sind unter anderem Kampfdrohnen im Einsatz.  Foto: dapd

Bei einem nächtlichen Flugangriff wurden nach afghanischen Angaben acht Frauen und Mädchen getötet. Sie wurden wohl beim Holzsuchen angegriffen.

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Nato-Truppen in Afghanistan haben am Sonntag bei einem Luftangriff acht Frauen und Mädchen getötet, sieben weitere wurden verletzt. Nato-Sprecher Jamie Graybeal erklärte, das Militärbündnis nehme die Vorwürfe über den Tod von Zivilisten sehr ernst und bedauere den Vorfall. Ersten Berichten zufolge seien bei dem Angriff keine Zivilisten, sondern 45 Aufständische getötet worden. Die genauen Umstände sollen nun untersucht werden.

Ein Sprecher der Provinzregierung hingegen kritisierte, der Einsatz sei nicht mit den afghanischen Sicherheitskräften abgesprochen gewesen. Die Frauen sollen in den Bergen unterwegs gewesen sein, um Feuerholz zu sammeln. In der Provinzhauptstadt Mihtarlam skandierten später dutzende Männer an den Särgen einiger Frauen „Tod den USA, Tod den Juden“.

In der Nacht zum Samstag war es bereits zu einem weiteren schweren Zwischenfall in Afghanistan gekommen. Laut Angaben der Nato griffen 15 in US-Uniformen gekleidete Taliban-Kämpfer die Basis Camp Bastion in der Provinz Helmand an.
Die Angreifer hätten Gewehre, Granaten und Sprengstoffwesten bei sich gehabt, sagte Nato-Sprecher Hagen Messer. Bei langandauernden Gefechten seien zwei US-Soldaten getötet worden. Ausserdem wurden auch fünf ausländische Soldaten und ein Taliban verletzt.

Prinz Harry im Camp

Messer sprach von einem „raffinierten“ und „gut koordinierten“ Angriff ohne Vorbild. Die Taliban seien auf das Flugfeld gestürmt und hätten Flugzeuge und Helikopter angegriffen. Sechs Kampfjets seien zerstört, zwei weitere Flugzeuge schwer beschädigt worden. Der regionale Armeechef Sajed Malook sagte, ein Selbstmordattentäter habe ein Loch in die Mauer des Stützpunkts gesprengt, durch das die Taliban eingedrungen seien.

Unter den 28 000 in Camp Bastion stationierten Soldaten befindet sich auch der britische Prinz Harry, der in Afghanistan als Hubschrauberpilot dient. Ein Taliban-Sprecher sagte, der Angriff habe nicht dem britischen Prinzen gegolten. Er sei vielmehr eine Reaktion auf das in den USA produzierte islamfeindliche Internetvideo gewesen. Prinz Harry ist seit gut einer Woche wieder in Afghanistan. Die Taliban hatten in der vergangenen Woche angekündigt, ihn töten zu wollen.

Bei zwei Attacken durch Angreifer in afghanischen Polizeiuniformen starben am Wochenende sechs weitere Nato-Soldaten. (dapd, afp)

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