kalaydo.de Anzeigen

Afghanistan-Konferenz: Deutschland zu stärkerem Einsatz bereit

Die neue Afghanistan-Strategie von US-Präsident Barack Obama steht heute auf dem Prüfstand einer hochrangigen internationalen Konferenz in Den Haag. Deutschland signalisiert Unterstützung.

US-Soldat im Kampfeinsatz in Afghanistan. Die neue Afghanistan-Strategie von US-Präsident Barack Obama steht auf dem Prüfstand.
US-Soldat im Kampfeinsatz in Afghanistan. Die neue Afghanistan-Strategie von US-Präsident Barack Obama steht auf dem Prüfstand.
Foto: Foto: dpa

Den Haag. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat die neue Afghanistan-Strategie der USA als "absolut richtig" bezeichnet. Deutschland unterstütze die Suche nach einer regionalen Lösung für den Afghanistan-Konflikt, "weil wir wissen, dass die Stabilisierung Afghanistans nicht gelingen kann, ohne auch die Situation im Nachbarland Pakistan mit in den Blick zu nehmen", sagte Steinmeier am Dienstag am Rande der internationalen Afghanistan-Konferenz in Den Haag vor Reportern.

Der Minister kündigte an, dass sich die Sonderbeauftragten der USA, Deutschlands und weiterer Staaten für Afghanistan und Pakistan an diesem Mittwoch in München zu weiteren konkreten Beratungen über die Umsetzung der neuen Strategie treffen werden. Deutschland sei dabei bereit, die Ausbildung von Polizisten in Afghanistan künftig stärker zu unterstützen.

Afghanistans Präsident Hamid Karsai lobte in seiner Rede in Den Haag vor den Vertretern von mehr als 70 Staaten den regionalen Ansatz der US-Strategie unter Einbeziehung von Pakistan und Iran. Dies werde von seiner Regierung rückhaltlos unterstützt. Afghanistan brauche in den nächsten fünf Jahren die verstärkte Unterstützung der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen die El-Kaida-Terroristen ebenso wie beim wirtschaftlichen Aufbau. Karsai versprach zugleich, stärker gegen die Korruption in seinem Land vorzugehen und mehr Anstrengungen für den Aufbau eigener Sicherheitskräfte zu unternehmen.

Zu den Beratungen unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen, die von den USA bereits Anfang März angeregt worden waren, kommen Politiker sowie Vertreter von Organisationen und Interessengruppen aus fast 90 Staaten zusammen.

Auch der Iran nimmt an dem Treffen teil, das am Vormittag von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Afghanistans Präsidenten Hamid Karsai eröffnet wurde. Die Führung in Teheran reagierte damit auf den kürzlich von US-Präsident Obama betonten Wunsch nach Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und dem Iran. Auf welcher Ebene Teheran vertreten sein wird, blieb zunächst unklar.    

Beobachter rechnen zwar nicht damit, dass es in Den Haag bereits zu substanziellen bilateralen Gesprächen zwischen Außenministerin Clinton und einem Vertreter Teherans kommt. Jedoch betonten US- Regierungsbeamte, dass auch der Iran als Nachbarland Afghanistans und Pakistans Folgen des Konflikts mit den extremistischen Taliban und den El-Kaida-Terroristen zu spüren bekomme - unter anderem durch die Zunahme des illegalen Heroin-Handels - und daher an einer Lösung interessiert sein müsste.     

US-Präsident Obama hatte am vergangenen Freitag erheblich größere Anstrengungen zur Zerschlagung der Terror-Organisation El Kaida in Afghanistan und dessen Nachbarland Pakistan angekündigt. Dazu sollen die US-Truppen in Afghanistan um 17 000 auf mehr als 50 000 Soldaten verstärkt werden. 4000 zusätzliche Ausbilder und Berater sollen beim Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte helfen. Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Afghanistans und Pakistans soll stärker unterstützt werden.  

Beobachter erwarten, dass auf der Konferenz im Haager World Forum auch über Obamas Vorschlag zur Bildung einer "neuen Kontaktgruppe für Afghanistan" gesprochen wird. Daran sollen sich nach den Vorstellungen des US-Präsidenten alle Staaten beteiligen, die Einfluss auf die Sicherheitslage in der Region haben. Dazu werden neben den NATO-Mitgliedern die Länder Zentralasiens sowie der Iran, Russland, Indien und China gezählt.

Nach den Worten von Außenminister Steinmeier bietet die Afghanistan-Konferenz kurz vor dem NATO-Gipfel, an dem am Freitag in Baden-Baden und Straßburg auch US-Präsident Obama teilnimmt, "Gelegenheit zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme". Washingtons neuer Ansatz könne in Den Haag im Einzelnen erörtert werden. Deutschland und die anderen NATO-Staaten haben das neue amerikanische Herangehen im Afghanistan-Konflikt generell begrüßt.   (dpa)

Datum:  31 | 3 | 2009
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Ressort

Nachrichten aus der Politik, Kommentare, Doku und Debatten


US-Wahl 2012: Countdown für Obama

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl


Spezial: US-Wahl 2012

Bleibt Barack Obama Präsident der USA? Oder macht Mitt Romney von den konkurrierenden Republikanern das Rennen?

US-Wahl-Spezial mit Analyse und Hintergrund

Interaktive Karte zu den Vorwahlen der Republikaner

Exklusive Reportagereise durch den Wahlkampf

Weblog der USA-Experten unserer Redaktion

Kolumne

Die Politik ist eine Castingshow - und Angela Merkel ihr Dieter Bohlen: Stephan Hebel in seiner Audioslideshow über Peter Altmaier (eine Runde weiter!), den Osterhasen (Artenvielfalt gerettet!) und einen friedlosen ESC (wo ist Nicole, wenn man sie braucht?). Über Fußball - diesmal kein Wort!

Interaktiv

Wer sitzt mit wie vielen Abgeordneten im Bundesrat? Alle Ministerpräsidenten, alle Zahlen und Fakten hier!

Anzeige

 

Anzeige

 

Video
Spezial: Israel-Iran-Konflikt

Bombardiert Israel die iranischen Atomanlagen? Weitet sich der Konflikt zum Regionalkrieg aus? Werden gar die USA hineingezogen? Die Lage in Nahost spitzt sich dramatisch zu. Das Spezial.


Politik-Spezial

Ihr Wunsch-Bundespräsident Wulff scheitert, sie muss Gauck als Nachfolger hinnehmen, ihre Mehrheit steht im Bundestag nicht mehr hinter ihr: Die Autorität von Bundeskanzlerin Merkel schwindet. Das Spezial.


Fotostrecke
Plaßmanns Welt (295 Bilder)
Fotostrecke
Meeresbewohner: Leuchtend grüne Quallen gleiten durch ein Aquarium.

Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.

Quiz
Der zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg holt seine Entlassungspapiere im Schloss Bellevue ab (03.03.2011).

Guttenberg hatte einen guten Grund. Aber weshalb sind Horst Köhler oder Richard Nixon abgetreten?

Quiz
Wissens-Test.

Politik, Sport, Wirtschaft - wie gut sind Sie informiert? Machen Sie den Test mit dem unterhaltsamen Tagesquiz.

ANZEIGE
- Business
- Kauftipps!