Mit heftiger Polemik hat sich Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU in die Debatte um einen möglichen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan eingemischt: "Wer diese Diskussion führt, erledigt das Geschäft der Taliban", sagte Jung bei einem feierlichen Gelöbnis der deutsch-französischen Brigade am Mittwoch im badischen-württembergischen Donaueschingen. Wer den Militäreinsatz der Bundeswehr in Afghanistan in Frage stelle oder ablehne, unterstütze damit indirekt die Ziele der Aufständischen.
Linksparteichef Oskar Lafontaine hatte die anderen Parteien im Bundestag aufgefordert, sich gemeinsam für einen Rückzug aus Afghanistan einzusetzen oder zumindest ein konkretes Datum dafür festzulegen.
Auch in den anderen Parteien gibt es nach dem umstrittenen Luftangriff von Kundus vermehrt Stimmen für einen Abzug. Die Liberalen wollen einen "möglichst raschen" Abzug, die CSU einen "mittelfristigen". Auch die Grünen wollen abziehen, lehnen aber ebenfalls ein festes Datum ab.
Aus den Reihen der SPD gab es unter anderem von Partei-Vize Andrea Nahles Zustimmung zum Vorstoß des Alt-Kanzlers Gerhard Schröder, der einen Rückzug bis 2015 ins Spiel gebracht hatte. Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), rief in der Debatte zu Zurückhaltung auf. (dpa/ddp)
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