Kabul. In Afghanistan ist offenbar erneut ein Giftgasanschlag auf eine Mädchenschule verübt worden. 50 Schülerinnen seien nach dem mutmaßlichen Attentat in einem Krankenhaus behandelt worden, teilte die Polizei am Samstag mit.
Die Jugendlichen hätten zunächst Gas gerochen, einige seien dann bewusstlos geworden. Der Vorfall ereignete sich im südwestafghanischen Ghasni, rund zwei Autostunden von Kabul entfernt.
Zuletzt hatte es in der Hauptstadt und in der Nordprovinz Kundus ähnliche Angriffe gegeben, bei denen die Mädchen ohnmächtig wurden oder über Übelkeit und Schwindel klagten. "Das ist wieder so ein Anschlag, der die Mädchen vom Schulbesuch abbringen soll", sagte ein Polizeivertreter. "Es ist sehr beunruhigend."
Über die Herkunft der giftigen Substanz und die Drahtzieher der Tat gebe es noch keine Erkenntnisse, teilte die Polizei weiter mit. Während der Taliban-Herrschaft von 1996 bis 2001 war afghanischen Mädchen der Schulbesuch verboten.
Zwar haben die Taliban-Rebellen Giftgasangriffe auf Mädchenschulen in der Vergangenheit verurteilt und die Verantwortung dafür zurückgewiesen. Sie haben aber Dutzende Schulen in Brand gesteckt, Lehrer bedroht und vor allem auf dem Lande Schulmädchen attackiert. (rtr)
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