Sorchdos. Die US-Truppen stoßen bei ihrer Großoffensive "Operation Krummdolch" in Afghanistan auf teilweise erheblichen Widerstand der Taliban. Nahe der Stadt Garmsir in der südafghanischen Provinz Helmand sei es zu einem achtstündigen Feuerwechsel mit den Aufständischen gekommen, berichtete der TV-Sender CNN am Freitag unter Berufung auf Informationen des Pentagons.
Die Marines (Marineinfanteristen) seien "auf erheblichen Widerstand gestoßen" und hätten Hubschrauber zur Unterstützung angefordert. In der Drogenprovinz Helmand haben britische Truppen nach Militärangaben die Kontrolle über wichtige Kanalübergänge übernommen und die US-Offensive im Süden Afghanistans damit weiter vorangetrieben.
"Mit der Einnahme der Übergänge können die britischen Truppen verhindern, dass sich die Aufständischen zwischen den beiden größten Städten in Helmand - Gereschk und Laschkar Gah - bewegen", erklärte die britische Armee am Freitag. Dies verbessere die Sicherheitslage und gewährleiste die Bewegungsfreiheit der Einheimischen. Etwa 800 britische Soldaten rückten auf die Industriestadt Gereschk vor.
Die Aufständischen starteten nach Militärangaben eine ganze Reihe von Angriffen auf die britischen Truppen, als sie die Kanalübergänge einnahmen. Fast 100 Sprengfallen seien seit Beginn des britischen Einsatzes vor zehn Tagen entdeckt und entschärft worden.
Ziel der US-geführten Offensive ist es, praktisch das gesamte untere Tal des Helmand-Flusses einzunehmen und auch zu halten - das größte Opium-Anbau-Gebiet der Welt. Den völlig überlasteten britischen Truppen in der Region war dies bisher nicht gelungen. Die Offensive soll nun die Wende bringen.
Langfristig wollen die internationalen Truppen die Einheimischen für sich gewinnen und setzen auf deren Hilfe im Kampf gegen die Aufständischen. Amerikanische Marineinfanteristen schwärmten unterdessen im Tal des Helmand-Flusses weiter durch Städte und Dörfer aus. Zusammenstöße wurden nur noch vereinzelt gemeldet, nachdem am Vortag ein US-Soldat getötet und mehrere verwundet worden waren.
Berichte über zivile Opfer gab es zunächst nicht. Das Tal ist geprägt von Schlafmohnfeldern zur Opium-Produktion und Weizenäckern. Etliche Kanäle zerschneiden die Anbauflächen. Die US-Soldaten würden von zivilen Aufbauberatern begleitet und träfen sich mit Dorfoberhäuptern, sagte Militärsprecher Bill Pelletier. "Damit gehen wir vom Säubern der Gebiete dazu über, sie auf Dauer unter unsere Kontrolle zu bringen. Unsere Marines werden hierbleiben und für Sicherheit sorgen".
Der Widerstand werde bisher großteils von Gruppen von zwei oder drei Aufständischen getragen, die sich den US-Truppen entgegenstellten, sagte Pelletier. "Sobald wir gegen sie vorgehen, flüchten sie. Darauf können wir uns aber in Zukunft nicht verlassen, der Feind wird Widerstand leisten".
Von einem vor einigen Tagen entführten US-Soldaten fehlt unterdessen jede Spur. Die Taliban hatten ihn wenige Tage vor Beginn der Offensive in der Provinz Paktika während einer Patrouille entführt. Das Militär bestätigte, dass der Soldat vermutlich von Aufständischen verschleppt worden sei. (rtr/dpa)
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