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10. September 2012

Afghanistan: Taliban denken über Waffenstillstand nach

In der Ghazni-Provinz werden die Waffen mutmaßlicher Taliban-Kämpfer präsentiert.  Foto: REUTERS

Die Taliban sind einer britischen Studie zufolge grundsätzlich offen für einen Waffenstillstand in Afghanistan und bedauern inzwischen ihre Verbindung zum Terrornetzwerk Al-Kaida. Für einen Waffenstillstand fordern die Kämpfer jedoch einen Preis.

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Eine Gruppe von Wissenschaftlern vom britischen Royal United Services Institute (RUSI) erklärte unter Berufung auf die Aussagen von vier hochrangigen Vertretern der Aufständischen, auch der Oberkommandeur der radikalislamischen Bewegung, Mullah Omar, befürworte eine Waffenruhe als Schritt zu einer weiterreichenden politischen Einigung.

Allerdings lehne Omar Verhandlungen mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai ab, den er als schwach und korrupt betrachte, hieß es in dem Bericht. Zudem werde der Führungsrat um Mullah Omar, die sogenannte Quetta Schura, die jetzige afghanische Verfassung nicht anerkennen, weil dies einer Kapitulation gleichkäme. Grundsätzlich wachse in der Taliban-Führung aber die Bereitschaft zu einem Kompromiss im Gegenzug für politischen Einfluss nach dem Abzug der internationalen Truppen Ende 2014.

Für die Studie hatten die Forscher im Juli mit einem früheren Taliban-Minister, einem Gründungsmitglied der Taliban, einem früheren Mudschahedin-Kommandeur und einem Vermittler mit den Taliban gesprochen. Demnach bedauert die Führung der Taliban ebenso wie die einfachen Kämpfer die enge Verbindung mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida in der Vergangenheit. Sollte Omar dem zustimmen, wäre eine Mehrheit im Zuge eines Waffenstillstands zu einem vollständigen Bruch mit Al-Kaida bereit. (afp)

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