Nach Frankreich wollen Medienberichten zufolge nun auch die USA ihren Kampfeinsatz in Afghanistan bereits nächstes Jahr beenden.
Er hoffe, dass die amerikanischen Streitkräfte «Mitte oder gegen Ende 2013» auf eine Berater- und Ausbilderrolle umschwenken könnten, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta laut Berichten des US-Senders CNN und der New York Times auf dem Weg zu einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel.
Bislang war nur bekannt, dass die USA bis zum Herbst dieses Jahres 22.000 ihrer rund 90.000 Soldaten am Hindukusch abziehen wollen. Bis Ende 2014 sollen alle US-Truppen das Land verlassen haben.
Erst vor wenigen Tagen erklärte Frankreich, an seinem Zeitplan für den Abzug auf Afghanistan festzuhalten. Nach dem tödlichen Anschlag auf vier seiner Soldaten hatte Frankreich zuvor einen beschleunigten Abzug ins Gespräch gebracht. Die internationale Truppe will sich bis 2014 aus dem vom Krieg gezeichneten Land zurückziehen und bis dahin das Kommando an die im Aufbau begriffene afghanische Armee abgeben.
Treffen der Nato-Verteidigungsminister
In Washington wird davon ausgegangen, dass die Pläne des Pentagon auch mit den anstehenden Präsidentenwahlen im November zu tun haben. «Das Ende des Kampfeinsatzes für nächstes Jahr zu versprechen, wird (Präsident Barack) Obama im Herbst bei Wahlkampfauftritten Applaus sichern», schrieb die «New York Times» am Mittwoch online.
Panettas Beratungen bei der Nato drehten sich auch darum, die Zahl der afghanischen Sicherheitskräfte von derzeit rund 350 000 Mann möglicherweise zu verringern, sagte Panetta weiter. Grund seien die hohen Kosten. Der «New York Times» zufolge unterstützen die USA und andere Nato-Staaten die afghanischen Truppen mit rund sechs Milliarden Dollar (4,6 Milliarden Euro) pro Jahr.
Frankreichs Verlangen, den Kampfeinsatz in Afghanistan bereits Ende 2013 zu beenden - ein Jahr früher als vereinbart - ist wichtiges Thema des Treffens der 28 Nato-Verteidigungsminister. Präsident Nicolas Sarkozy hatte zuvor überraschend erklärt, die Nato solle ihren Kampfeinsatz bereits Ende 2013 beenden.
Taliban streben die Machtübernahme an
Nach einem Gespräch mit seinem afghanischen Kollegen Hamid Karsai sagte der im Wahlkampf befindliche Sarkozy, die afghanischen Truppen sollten im Laufe des Jahres 2013 sämtliche Kampfaufgaben von der Nato-geführten internationalen Schutztruppe Isaf übernehmen. Frankreich werde seine Kampftruppen bis Ende 2013 abziehen.
Einem geheimen US-Militärbericht zufolge gehen die radikal-islamischen Taliban davon aus, dass sie künftig wieder das Land beherrschen werden. Eine Rückkehr der Taliban nach dem Abzug der Isaf wäre ein politischer Rückschlag für die internationale Gemeinschaft, die Milliarden dafür ausgegeben hat, die Taliban zu stürzen und ein demokratisches System in dem Land zu etablieren. (dpa/rtr)
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
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