Aktuell: US-Wahl | Türkei | Brexit | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Politik
Nachrichten und Kommentare zur Politik in Deutschland und der Welt

26. August 2015

Alfa: Bernd Luckes neuer exklusiver Club

 Von 
Bernd Lucke (links) bei einer Pressekonferenz nach der Gründung seiner neuen Partei, rechts sein Stellvertreter Bernd Kölmel.  Foto: dpa

Die AfD-Renegaten um den Parteigründer Bernd Lucke finden sich in der „Alfa“-Allianz wieder zusammen. Mitglied in der „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ darf nur werden, wer Lucke und seinen Freunden persönlich bekannt ist.

Drucken per Mail

Seine alten Feinde in der AfD entdecken gerade neue Freunde. „Die Linke hat recht“, lobt Vize-Parteichef Alexander Gauland die Kritik von Sahra Wagenknecht und Bernd Riexinger an der EU. Bernd Lucke bedient sich derweil bei den Vorgängern der aktuellen Linken. Mitglied seiner neuen Partei „Alfa“ (Allianz für Fortschritt und Aufbruch) kann nur werden, wer dem früheren AfD-Chef und seinen Freunden persönlich bekannt ist oder einen einjährigen „Gast“-Status absolviert. Bei der SED hieß das „Kandidat“. Die ideologisch Zuverlässigen wurden aufgenommen.

„Wir wollen das Ding von der AfD nicht noch mal haben“, erläutert Lucke-Sprecher Christian Schmidt. Bevor er dem AFD-Vorstand angehörte, stand er den „Freien Wählern“ in Berlin vor. Nach den ersten Erfolgen der Partei seien „10 000 dazu gekommen, die der AfD eine andere Richtung gegeben haben“, sagt Schmidt. Nach ihrer Niederlage auf dem Essener Parteitag, verließen die wirtschaftsliberal ausgerichteten Gründungsmitglieder die Partei. Nun haben 2300 um Aufnahme bei Alfa nachgesucht. Wie viele angenommen wurden, weiß Schmidt noch nicht.

Die Alternative zu Alfa sei eine Partei „in der Demagogie, Islamfeindlichkeit, Verschwörungstheorien und Antiamerikanismus zum guten Ton gehören“, kritisierte Lucke bei der Gründung des ersten Landesverbandes in Stuttgart. Chef dort wurde einer seiner engsten AfD-Weggefährten: Bernd Kölmel – einer der vier Europa-Abgeordneten, die mit Lucke die Partei verließen.

Lucke erntet Kritik und Spott

Lucke möchte in seiner neuen Partei einerseits an seine politischen Anfangszeiten anknüpfen, als er mit seiner Kritik an der Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung die Talkshows durcheinanderwirbelte. Andererseits sucht er einen eigenen Ton in der Flüchtlingspolitik. Dabei besinnt er sich auf einen Säulenheiligen des Neoliberalismus: „Wir können ein Sozialstaat sein oder ein Staat mit offenen Grenzen“, zitiert er Milton Friedmann. „Aber nicht beides.“ Mit Alfa will Lucke nun die Balance zwischen den beiden Polen finden. Auf seiner Facebook-Seite hat er dafür bereits Kritik und Spott geerntet, weil potenzielle Adressaten darin eine typisch etablierte Einerseits-Andererseits-Politik sehen.

Wie in der Frühzeit der AfD versucht Lucke, die Alfa-Programmatik zunächst aufs Nötigste zu beschränken. Auf Facebook und intern soll daran gearbeitet werden. Organisatorisch kocht die Allianz auf Sparflamme – auch wenn sie zwei millionenschwere Mitglieder hat: Außer Hans-Olaf Henkel ist auch der Berliner Unternehmer Hans Wall in der Alfa gelandet.

Bis Jahresende soll es in allen Bundesländern einen Landesverband geben. Die Bundeszentrale wird zunächst in Bernd Kölmels Heimat Baden-Württemberg Quartier nehmen. Hier, im benachbarten Rheinland-Pfalz und in Sachsen Anhalt finden im Frühjahr 2016 Wahlen statt. Christian Schmidt: „Die entscheiden über unsere Zukunft.“

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Attentate in Deutschland

Die hypnotische Wirkung des Grauens

Von  |
Eine Frau sitzt nach dem Amoklauf in München auf den Treppenstufen vor dem Olympia-Einkaufszentrum (OEZ).

Das Grauen ist nach den jüngsten Attentaten in Deutschland kein abstraktes Fernsehbild mehr, sondern schleicht sich in unser Leben. Dennoch dürfen wir nicht in einen Ausnahmezustand ohne Ende verfallen. Der Leitartikel. Mehr...

München und Ansbach

Das Märchen von der Sicherheit

Von  |
Der Amoklauf in München erfordert eine andere Diskussion als ein Terroranschlag des "IS".

Der Wunsch, alle Risiken zu vermeiden, ist menschlich. Aber wenn Politiker selbst nach München, Würzburg oder Ansbach so tun, als wäre das möglich, machen sie uns etwas vor. Der Leitartikel.  Mehr...

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Videonachrichten Politik
Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Anzeige

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung