Jerusalem. Aus israelischer Sicht verdeutlicht niemand besser die iranische Gefahr als Mahmud Ahmadinedschad. Dessen Wahlsieg, so der Likud-Politiker Silwan Schalom, sei "ein Schlag ins Gesicht" all jener, die meinten, der Iran sei "reif für einen ehrlichen Dialog mit der freien Welt".
Wohlgemerkt, Israels Regierung gehört nicht zu jenen, die viel von dem US-amerikanischen Gesprächsangebot an Teheran halten. Vor allem in Jerusalems rechtsnationalen Kreisen herrscht die Auffassung vor, dass das Mullah-Regime nur mit Zwang - die militärische Option inklusive - vom Griff nach der Atombombe abgebracht werden könne. Mit seinen antisemitischen Verbalattacken habe Ahmahdinedschad erheblich beigetragen, dass die Welt heute mehr Verständnis für Israels Existenzängste zeige.
Insgeheim jedenfalls sollen die PR-Strategen der israelischen Regierung aufgeatmet haben, als die ersten Nachrichten über die angeblich massiven Wahlerfolge für das radikalkonservative Lager in Teheran eintrafen. Das werde Israels Kampagne - ausgerichtet, um das iranische Atomprogramm zu stoppen - erheblich erleichtern, hieß es. Mit einer moderateren Figur wie Mir Hussein Mussawi, der Wert auf verbesserte Beziehungen zum Westen lege, wäre das schwieriger gewesen. Dabei habe der seinerzeit als Premier die ersten Zentrifugen für das iranische Nuklearprojekt in Pakistan eingekauft.
Für Israels Außenminister Avigdor Lieberman kommt es daher nicht so sehr auf den Wahlausgang im Ayatollah-Staat an sondern allein darauf, eine Atommacht Iran zu verhindern. "Das Problem mit Teheran rührt nicht von seinen Persönlichkeiten her sondern von seiner Politik", sagte er. Ohnehin habe dort der spirituelle Führer Al Chamenei das eigentliche Sagen. Die Hamas gratulierte indes Ahmadinedschad, verbunden mit der Hoffnung auf weitere Unterstützung für Gaza.
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