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Amtsmissbrauch: Umstrittener Freispruch für Palin

Pünktlich zur Wahl spricht eine Kommission die republikanische Vize-Präsidenten-Kandidatin Palin vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs frei. Pikant: Sie ist die direkte Vorgesetzte der Kommissions-Mitglieder.

Eine Komission ihrer eigenen Exekutive spricht Sarah Palin vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs frei.
Eine Komission ihrer eigenen Exekutive spricht Sarah Palin vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs frei.
Foto: ap

Anchorage. Die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin ist unmittelbar vor der US-Wahl von einer Kommission vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs entlastet worden. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass Palin als Gouverneurin von Alaska bei der Entlassung des Sicherheitschefs des Bundesstaates gegen das Gesetz verstoßen habe, entschied der dreiköpfige Personalrat am Montag. Das Gremium ist Teil der Exekutive und untersteht damit der Gouverneurin.

Eine parlamentarische Untersuchung war dagegen im Oktober zu dem Ergebnis gekommen, dass Palin bei ihrem Vorgehen ihr Amt dazu missbraucht habe, um persönliche Interessen zu verfolgen. Palin hatte Polizeichef Walter Monegan im Juni entlassen, Palin zufolge wegen Budgetstreitigkeiten. Monegan selbst erklärte jedoch, dass er das Opfer eines hässlichen Disputs innerhalb der Palin- Familie geworden sei.

Nach eigenen Aussagen wurde er von Palin, deren Mann Todd und von Mitarbeitern der Gouverneurin dutzende Male indirekt, aber massiv unter Druck gesetzt, Palins Ex-Schwager, den Trooper (Polizisten) Mike Wooten, zu feuern. Wooten hatte sich von der Schwester der Gouverneurin scheiden lassen und sich danach mit ihr einen erbitterten Sorgerechtsstreit geliefert. Die Palins porträtierten ihn als einen gewalttätigen Mann, der die Familie wiederholt bedroht habe.

Das Dokument vom Montag, das auf der Arbeit eines unabhängigen Ermittlers fußt, betont, dass es keinen Beweis gebe, dass Palin oder irgendein Bediensteter des Staates Alaska in dem Fall unvorschriftsmäßig gehandelt habe. Die Schlussfolgerung des ersten Berichts basiere auf einer fälschlichen Interpretation der Ethik- Gesetze des Staates und auf unzureichenden Beweisen, hieß es in der "New York Times".

Die Abgeordneten, die den ersten Bericht angefordert hatten, blieben bei ihrer Beurteilung der Fakten, schreibt das Blatt weiter. (rtr/dpa)

Datum:  4 | 11 | 2008
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