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Angebliche Schüsse auf Oppositionelle: Proteste in Teheran

Wieder Unruhe in Teheran. Bei Protesten gegen Präsident Ahmadinedschad kommt es zu Zusammenstößen von Oppositionellen und der Polizei. Die Beamten setzten nicht nur Tränengas ein. Von Martin Gehlen

Auf den ersten Blick ist es Protest gegen den westen, auf den zweiten gegen das eigene Regime.
Auf den ersten Blick ist es Protest gegen den westen, auf den zweiten gegen das eigene Regime.
Foto: dpa

Am 30. Jahrestag der Besetzung der US-Botschaft haben sich Polizei und Demonstranten in Teheran schwere Straßenschlachten geliefert. Die Sicherheitskräfte setzten am Mittwoch Schlagstöcke und Tränengas ein. Auf Motorrädern machten sie Jagd auf Regierungsgegner. Auf dem Haft-e-Tir-Platz im Zentrum der iranischen Hauptstadt seien auch Schüsse gefallen, berichtete die oppositionsnahe Internetseite Mowjcamp.

Da unabhängige Journalisten aus dem Iran nicht mehr berichten dürfen, stützten sich fast alle Informationen auf Augenzeugen, den Internetdienst Twitter und auf Amateurvideos. Die Bilder zeigen Demonstranten mit grünen Armbändern, Plakaten oder Schals, die "Tod dem Diktator" und "Chamenei ist ein Mörder" rufen. "Hunderte sind auf der Straße und rufen Allah ist groß. Aber die Zahl der Polizisten und Milizionäre ist größer", berichtete ein Augenzeuge aus Teheran. Offenbar kam es auch in den Städten Shiraz und Tabriz zu Protesten.

Im Vorfeld hatten hohe Kommandeure das Reformlager davor gewarnt, die an diesem Tag üblichen amerikafeindlichen Kundgebungen für Proteste gegen die iranische Führung zu nutzen. Dennoch riefen die Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi und Mehdi Karrubi ihre Anhänger zur Teilnahme auf.

Am 4. November 1979 hatten iranische Studenten die US-Botschaft in Teheran gestürmt. 444 Tage lang hielten sie 52 Diplomaten als Geiseln fest.

Autor:  Martin Gehlen
Datum:  4 | 11 | 2009
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