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Politik
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18. März 2013

Angela Merkel: Merkel lernt polnische Aussprache

 Von Ulrich Krökel
Angela Merkel im Gespräch mit dem polnischen Premierminister Donald Tusk.  Foto: AFP

Die Polen sind begeistert über die polnische Herkunft der Bundeskanzlerin. "Angela Merkel ist eine Polin!", titeln die Zeitungen. Nun wollte Merkel von ihrem polnischen Kollegen wissen, wie der Name ihrer Vorfahren richtig ausgesprochen wird. Die Antwort lautet: " Mit stimmhaftem "S" wie Sonne".

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Die Polen sind begeistert über die polnische Herkunft der Bundeskanzlerin. "Angela Merkel ist eine Polin!", titeln die Zeitungen. Nun wollte Merkel von ihrem polnischen Kollegen wissen, wie der Name ihrer Vorfahren richtig ausgesprochen wird. Die Antwort lautet: " Mit stimmhaftem "S" wie Sonne".

Warschau –  

Ein Augenaufschlag hier, ein verschmitztes Lächeln dort: Knapp zwei Jahre ist es her, dass Angela Merkel und Donald Tusk vor laufenden Kameras zu einem Live-Flirt ansetzten. Ein Journalist hatte der Bundeskanzlerin und dem polnischen Premier eine „ziemlich romantische Frage“ gestellt, wie Tusk befand. Der Reporter wollte etwas zum Stand der persönlichen Beziehungen zwischen den beiden Politikern wissen. Tusk sagte schließlich: „Eine sehr berechtigte Frage.“ Merkel ergänzte: „Er hat mich nie betrogen.“ Die gemeinsame Formel: „Es ist echte Freundschaft.“

Seit Ende vergangener Woche sind Polens Medien davon überzeugt, dass hinter dem Geschäker mehr steckt. „Angela Merkel ist eine Polin!“, titelten mehrere Zeitungen. Der deutsche Journalist Stefan Kornelius hatte in einer neuen Merkel-Biografie enthüllt, dass der Großvater der Kanzlerin Ludwig Kazmierczak hieß. Er wurde 1896 als Kind polnischer Eltern im damals deutschen, heute polnischen Posen (Poznań) geboren. Seinen Sohn, den Vater von Angela Merkel, ließ der Pole Kazmierczak 1930 allerdings in Horst Kasner umtaufen. Möglicherweise wollte er den Jungen in der nationalistisch aufgeheizten Zeit vor Verunglimpfung schützen. Merkel kam 1954 als Angela Dorothea Kasner zur Welt.

Medialer Wirbel

In Polen sorgt die Nachricht über Merkels östliche Wurzeln für andauernden medialen Wirbel. „Wir sind Kanzlerin“, hieß es in Internetforen. „Eine Sensation“, urteilte die Zeitung Polska und präsentierte Archivmaterial aus Posen. Merkels Vorfahren hätten zunächst in der Grobla-Straße und später in der Piekary-Straße gewohnt. Andere Journalisten zerrten einen entfernten polnischen Verwandten der Kanzlerin vor die Kameras.

Doch damit nicht genug. Auch Merkels Vorfahren mütterlicherseits hatten polnische Wurzeln. Was in Deutschland bislang unterging, hatte Polska schon 2008 enthüllt. Demnach lebte die Großmutter der Kanzlerin, Gertrud Drange, mit ihrem polnischen Mann zu Beginn des 20. Jahrhunderts im westpreußischen Elbing, dem heutigen Elbląg. „Jetzt wissen wir endlich, warum Merkel sich immer wieder so warmherzig über Polen äußert“, kommentierte die Zeitung Gazeta Wyborcza die Ergebnisse der Nachforschungen. Tatsächlich wählen die Polen Merkel seit Jahren regelmäßig zur beliebtesten ausländischen Politikerin.

Die Kanzlerin reagierte gelassen auf den Wirbel um ihre Vorfahren. Merkel ließ die Enthüllungen durch ihren Sprecher bestätigen. Dann wandte sie sich beim EU-Gipfel in Brüssel Ende vergangener Woche an Donald Tusk, und fragte: „Wie spricht man eigentlich Kazmierczak aus?“ So meldete es der polnische Premier später auf Twitter: „Beim zweiten Versuch konnte sie es.“ Die richtige Antwort lautet „Kasmjertschack“, wobei das „s“ stimmhaft auszusprechen ist wie in „Sonne“.

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