Kabul. Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der Vereinten Nationen im vergangenen halben Jahr merklich verschlechtert. Seit Jahresbeginn sei auch die Zahl der Angriffe auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen gestiegen, heißt es in einem Bericht, den das Büro von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Dienstag (Ortszeit) in New York veröffentlichte. Mindestens 30 Helfer wurden demnach getötet, 92 weitere verschleppt.
Auch wenn es in einigen Bereichen Fortschritte gegeben habe, "ist mein Gesamteindruck, dass sich die Situation im Lande in den vergangenen sechs Monaten verschlechtert hat", erklärte Ban in dem Bericht. Er sei aber zuversichtlich, "dass dieser Negativtrend umgekehrt werden kann".
Im August wurden laut UN 983 sicherheitsrelevante Zwischenfälle gezählt, so viele wie in keinem Monat zuvor seit dem Sturz der Taliban 2001. Laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AP kamen seit Jahresbeginn mehr als 4600 Menschen in Afghanistan ums Leben, darunter mehr als 750 einheimische Polizisten. Die Vereinten Nationen geben die Zahl der getöteten Zivilpersonen mit rund 1450 an.
Der Kommandeur der internationalen Streitkräfte in Afghanistan, US-General David McKiernan, erklärte am Mittwoch in Washington, er benötige "so schnell wie möglich" mehr Soldaten und Wirtschaftshilfe. Die Zahl der ausländischen Kämpfer, die aus Pakistan nach Afghanistan strömten, sei 2008 deutlich gestiegen.
Tschechien kündigte eine Verstärkung der Truppen in Afghanistan an. Die Zahl der Soldaten werde 2009 um 230 auf 645 steigen, sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Martin Bartak. ap
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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