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14. August 2012

Anschlag Afghanistan: Verheerende Anschlagsserie in Afghanistan

Afghanische Polizisten sichern einen Platz in Jalalabad - dort war am Montag ein Auto explodiert, fünf Menschen wurden verletzt.  Foto: dapd

Bei einem der landesweit schwersten Anschläge in diesem Jahr haben Selbstmordattentäter im Westen Afghanistans 36 Menschen getötet und mindestens 66 verletzt. Sicherheitskräfte stoppen weitere acht Attentäter.

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Kandahar –  

Unter den Opfern der Selbstmordattentate in Sarandsch, der Hauptstadt der Provinz Nimros, seien 21 Zivilisten und 15 Sicherheitskräfte, sagte Provinzgouverneur Abdul Karim Brahawi am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Die Provinz an der Grenze zum Iran galt bislang als relativ sicher.
Ein Attentäter sprengte sich nach Polizeiangaben vor einem Krankenhaus in die Luft, zwei weitere auf einem Basar. Der Markt sei am Dienstag besonders voll gewesen, sagte der stellvertretende Polizeichef der Provinz, Mudschibullah Latifi, AFP. Die Menschen hätten Einkäufe für das Fest des Fastenbrechens zum Ende des Ramadan getätigt.
Offenbar war ein noch größeres Ausmaß der Gewalt geplant gewesen: Latifi sagte, ursprünglich habe sich eine Gruppe von elf Attentätern an verschiedenen Orten in der Stadt simultan in die Luft sprengen wollen. Sicherheitskräfte hätten aber in der Nacht zum Dienstag zwei von ihnen getötet und drei festgenommen. Am Dienstag seien dann drei weitere potentielle Attentäter erschossen worden, während es drei anderen gelang, ihre Bomben zu zünden.
Es handelt sich um einen der folgenreichsten Anschläge der letzten Jahre im Westen Afghanistans. Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Ähnliche Attentate wurden in der Vergangenheit von den radikalislamischen Taliban verübt, die ihre Hochburg vor allem im Süden und Osten des Landes haben.

Sorge vor Rückkehr des Bürgerkrieges

Am Samstag hatte in der Provinz Nimros ein Polizist elf seiner Kollegen erschossen. Dass die relativ stabile Grenzregion zum Iran ins Visier der Aufständischen gerät, vertieft die Sorge vor einer Rückkehr des Bürgerkrieges nach Afghanistan, wenn die NATO-geführten ISAF-Truppen das Land verlassen. Die derzeit rund 130.000 ISAF-Soldaten sollen bis Ende 2014 nahezu vollständig abgezogen werden.
Im Krieg zwischen der von westlichen Truppen unterstützten afghanischen Regierung gegen islamistische Aufständische tragen Zivilisten die Hauptlast. Nach UN-Angaben wurden 2011 über 3000 Zivilisten getötet - mehr als je zuvor in dem seit elf Jahren andauernden Krieg. In diesem Jahr wurden bislang rund 1150 Zivilisten getötet.
Bei einer Bombenexplosion in der Provinz Kundus im Norden Afghanistans wurden nach Angaben der Polizei am Dienstag neun Zivilisten getötet und 36 weitere verletzt. Ein ferngezündeter Sprengsatz sei auf dem wichtigsten Markt im Bezirk Arschi explodiert, sagte Polizeisprecher Lal Ahmadsai. In Kundus hat die Bundeswehr einen Stützpunkt. Im Juli hatte sie die Sicherheitsverantwortung in der Provinz weitgehend an die afghanischen Sicherheitskräfte übertragen. (afp)

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